Gedenkfeier für Erika von Brockdorff: Tochter erinnert an Widerstandskämpferin
Gedenkfeier für Erika von Brockdorff in Potsdam

Am Samstag, dem 11. Juli, um 17 Uhr wird in der Bornstedter Kirche in Potsdam eine Gedenkveranstaltung für Erika Gräfin von Brockdorff stattfinden. Die 88-jährige Tochter Saskia von Brockdorff wird dabei an ihre Mutter erinnern, die 1943 als Mitglied der Widerstandsgruppe Rote Kapelle hingerichtet wurde. Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe, die bereits zum 42. Mal den Menschen gedenkt, die im Widerstand gegen das NS-Regime ihr Leben riskierten.

Hintergrund: Die Rote Kapelle und Erika von Brockdorff

Die Rote Kapelle war eine der bedeutendsten Widerstandsgruppen gegen Adolf Hitler. Neben dem bekanntesten Attentatsversuch vom 20. Juli 1944 um Graf Stauffenberg gab es zahlreiche weitere Gruppierungen, die den Sturz des Regimes planten. Erika von Brockdorff, geborene Schönfeldt, gehörte zu den Frauen, die aktiv am Widerstand teilnahmen. Sie war Büroangestellte in Berlin und knüpfte Kontakte zu NS-Gegnern, insbesondere zur Roten Kapelle um Hilde und Hans Coppi.

Die Nationalsozialisten stuften zunächst mehr als 130 Personen als Attentatsverantwortliche ein, darunter befand sich keine einzige Frau. Diese Einschätzung erwies sich jedoch als falsch. Erika von Brockdorff wurde verhaftet und vom Volksgerichtshof auf Drängen Hitlers zum Tode verurteilt. Am 13. Mai 1943 wurde sie in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

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Die Rolle von Erika von Brockdorff im Widerstand

Erika von Brockdorff unterstützte die Widerstandsgruppe aktiv, indem sie unter anderem ein Funkgerät des Widerstandskämpfers Hans Coppi in ihrer Wohnung versteckte. Gemeinsam mit dem Fallschirmspringer Albert Hößler unternahm Coppi im September 1942 von Brockdorffs Wohnung aus Funkversuche, unter anderem nach Moskau. Diese Aktivitäten blieben der Gestapo nicht verborgen, was letztlich zu ihrer Verhaftung führte.

Die Tochter Saskia von Brockdorff, die heute als Zeitzeugin in Schulen und Gedenkstätten auftritt, erhielt den Abschiedsbrief ihrer Mutter erst im Alter von 67 Jahren. In dem Brief schrieb Erika von Brockdorff: „Ich habe in meiner Zelle nur an Dich gedacht (…) Du bist jetzt fünf Jahre alt und noch bei meinen Eltern. Die werden dich über den Schmerz trösten, dass du nun keine Mutter mehr hast.“ In einem Interview sagte Saskia von Brockdorff: „Dieser Brief hat mein Leben durcheinandergewirbelt. Danach habe ich angefangen, über meine Mutter zu sprechen.“

Bedeutung der Gedenkfeier

Die Gedenkveranstaltung in der Bornstedter Kirche ist ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur in Potsdam. Sie würdigt nicht nur Erika von Brockdorff, sondern alle, die sich gegen das NS-Regime gestellt haben. Saskia von Brockdorffs persönliche Erinnerungen und ihr Einsatz als Zeitzeugin tragen dazu bei, die Geschichte des Widerstands lebendig zu halten. Die Veranstaltung am Samstag bietet der Öffentlichkeit die Möglichkeit, mehr über die Rote Kapelle und den Mut der Widerstandskämpfer zu erfahren.

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