Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 6. September 2026 treten weitreichende Änderungen in Kraft. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Landeswahlleiter Stephan Bröchler informierten nach der jüngsten Senatssitzung über die Neuerungen und den Stand der Wahlvorbereitungen. Die wichtigste Änderung betrifft den Stimmzettel: Statt bisher zwei getrennten Zetteln für Erst- und Zweitstimme gibt es nur noch einen einzigen Stimmzettel. Dieser orientiert sich am Modell der Bundestagswahl und sei übersichtlicher, erklärte Bröchler.
Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt
Erstmals dürfen bei einer Landtagswahl in Berlin auch Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben. Bisher lag die Altersgrenze für die Landesebene bei 18 Jahren. Diese Premiere gilt als bedeutender Schritt zur politischen Teilhabe Jugendlicher.
Für die Niederschriften am Wahltag gelten neue Regeln, die den Wahlhelfern die Arbeit erleichtern sollen. Zudem wurde ein neues Konzept zur Unterstützung von Wahlhelfern in schwierigen Situationen entwickelt, das einen Praxisleitfaden mit konkreten Hinweisen umfasst.
Zehn Prozent mehr Wahllokale
Für die Wahlen zum Landesparlament und den Bezirksverordnetenversammlungen am 20. September sind berlinweit 2542 Urnenwahllokale und 1572 Briefwahllokale geplant. Laut Bröchler entspricht dies einer Steigerung um rund zehn Prozent im Vergleich zur vorherigen Wahl. Etwa 40.000 Wahlhelfer werden am Wahltag benötigt, die größtenteils bereits gefunden wurden. Neu ist eine interaktive Online-Schulung für die Helfer.
Kosten und Desinformationsschutz
Innensenatorin Spranger wies auf die finanziellen Aufwendungen hin: Allein für Druckerzeugnisse wie Wahlbenachrichtigungen und Stimmzettel sind 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Für Porto werden 3,5 Millionen Euro eingeplant, für weitere Sachausgaben und Dienstleistungen 2,8 Millionen Euro.
Das Thema Sicherheit steht aus Sicht der Innensenatorin im Fokus. „Wahlen sind das Kernstück unserer Demokratie“, betonte sie. Ihr Schutz habe oberste Priorität. Es sei nicht auszuschließen, dass es im Wahlverlauf zu Desinformationskampagnen durch Drittstaaten komme, die Zweifel an der Legitimität der Wahl schüren sollen. Die Innenverwaltung prüft derzeit den Einsatz von Software, um solche Falschmeldungen frühzeitig zu erkennen – etwa über soziale Medien verbreitete Behauptungen über angebliche Pannen bei der Briefwahlauszählung oder lange Warteschlangen vor Wahllokalen.
Landeswahlleiter Bröchler ergänzte: „Wir sind wachsam, aber wir sind nicht ängstlich. Wir versuchen uns, darauf vorzubereiten.“ Entscheidend sei, auf Falschmeldungen schnell zu reagieren.



