Kühles Nass in der Stadt: Viele Berliner Brunnen bleiben trocken – auch ein Charlottenburger Kult-Klops. In Berlin stehen viele Brunnen still – unter ihnen sogar der bekannte Wasserkloß am Breitscheidplatz. Warum sprudelt das Wasser nicht mehr?
Wasserklops: Kultobjekt oder Scheußlichkeit?
Über das Design des Charlottenburger „Wassklopses“ lässt sich trefflich streiten: Die einen sehen in dem Weltkugelbrunnen auf dem Breitscheidplatz ein Kult-Objekt West-Berlins – die anderen eine nicht näher definierbare Scheußlichkeit. So polarisierend er auch ist, in einem Punkt dürften sich Kritiker und Befürworter aber einig sein: Sinn macht der Wasserklops nur, wenn auch Wasser sprudelt.
Doch das Monument ist weiter trocken. Ein Schicksal, das auch mehr als 80 weitere Anlagen trifft: Um 234 der über 270 Zierbrunnen der Stadt kümmern sich die Berliner Wasserbetriebe. Doch nur 152 werden in Betrieb gehen, wie der „rbb“ unter Berufung auf den Konzern schreibt. Grund für die Ausfälle seien technische Defekte, etwa bei der Elektrik, Pumpen, Düsen oder anderen Bauteilen. Die Reparatur könne sich teils längere Zeit hinziehen, weil Bezirke bei größeren Baumaßnahmen erst Genehmigungen erteilen müssten.
Wasserklops in Charlottenburg: Komplettsanierung kostet 2,5 Millionen Euro
Der Wasserklops ist schon länger außer Betrieb. 2,5 Millionen Euro würde die Komplettsanierung kosten. Geld, das aus öffentlichen Mitteln derzeit nicht zur Verfügung stehe. Man versuche, „seit einigen Jahren nur noch kleinere Instandsetzungen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten“, sagte der Bezirksstadtrat Christoph Brzezinski (CDU) laut „rbb“.
Der Wasserklops auf dem Breitscheidplatz war 2021 noch in Betrieb, mittlerweile ist er trocken. Daneben muss nach „rbb“-Angaben auch der Brunnen im Ernst-Thälmann-Park instandgesetzt werden. Erschwerend kommt hier der Denkmalschutz hinzu: Das Amt müsse zunächst entscheiden, ob Originalersatzteile aus den 80er Jahren oder moderne Komponenten verbaut werden dürfen. Bis dahin bleibt der Brunnen erst einmal trocken.



