Berliner wünschen sich mehr ÖPNV, aber keine Verbote – Umfrage vor Wahl
Berliner wünschen mehr ÖPNV, lehnen Verbote ab

Wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin zeigt eine repräsentative Umfrage ein klares Stimmungsbild: Die Berlinerinnen und Berliner wünschen sich einen massiven Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV), lehnen jedoch gleichzeitig Fahrverbote für Autos ab. Die Erhebung, die von der Redaktion in Auftrag gegeben wurde, verdeutlicht die ambivalenten Erwartungen an die künftige Verkehrspolitik der neuen Landesregierung.

Mehr Busse und Bahnen statt Verbote

Laut der Umfrage sprechen sich 73 Prozent der Befragten für einen deutlichen Ausbau von Bus- und Bahnverbindungen aus. Besonders in den Außenbezirken und im Umland sehen die Menschen großen Nachholbedarf. Gleichzeitig lehnen 68 Prozent der Berliner ein generelles Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in der Innenstadt ab. „Die Berliner wollen mehr Angebot, aber keine Einschränkungen“, kommentiert ein Verkehrsexperte die Ergebnisse. Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt und basiert auf 1000 Interviews.

Konkrete Forderungen an die Politik

Die Befragten nennen konkrete Wünsche: 61 Prozent fordern kürzere Taktzeiten bei U-Bahn und Bussen, 55 Prozent wünschen sich mehr Nachtverbindungen. Zudem sprechen sich 48 Prozent für einen Ausbau der Radwege aus, während nur 27 Prozent eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung befürworten. „Die Menschen sind bereit, umzusteigen, aber sie brauchen verlässliche Alternativen“, so die Studienautoren. Die Ergebnisse zeigen auch eine klare Altersdifferenz: Jüngere Befragte unter 30 Jahren sind eher bereit, auf das Auto zu verzichten, während ältere Jahrgänge stärker auf den Individualverkehr angewiesen sind.

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Auswirkungen auf die Wahlentscheidung

Die Verkehrspolitik ist für 42 Prozent der Berliner ein entscheidendes Wahlkriterium. Für die Parteien bedeutet dies: Wer im Rennen um das Rote Rathaus punkten will, muss glaubwürdige Konzepte für den Nahverkehr vorlegen. Die aktuelle Regierungskoalition hatte zuletzt den Ausbau der Straßenbahnlinien vorangetrieben, stieß dabei aber auf Widerstand aus Bezirken. Die Opposition fordert unterdessen mehr Investitionen in die Sanierung von U-Bahnhöfen. Die Umfrage macht deutlich: Die Berliner erwarten von ihrer neuen Regierung vor allem eines – mehr Mobilität ohne Verbote.

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