Volkswagen-Chef Oliver Blume hat sich am Donnerstag in einem offiziellen Statement zur aktuellen Krise des Konzerns geäußert. In einer Videobotschaft, die der Konzern veröffentlichte, sprach Blume offen über die Herausforderungen, vor denen der Autobauer steht. „Wir befinden uns in einer schwierigen Phase, die grundlegende Veränderungen erfordert“, sagte Blume. Der Konzern müsse seine Kostenstruktur überdenken und sich stärker auf die Elektromobilität ausrichten.
Kostensenkungen und strukturelle Reformen
Blume kündigte an, dass VW in den kommenden Monaten ein umfassendes Sparprogramm umsetzen werde. „Wir müssen effizienter werden, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Konkrete Zahlen nannte er nicht, doch Analysten erwarten Einsparungen in Milliardenhöhe. Bereits im Vorfeld war bekannt geworden, dass VW aufgrund der schwachen Nachfrage nach Elektroautos und hohen Produktionskosten unter Druck steht.
Der Konzern hatte zuletzt einen Gewinneinbruch von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Besonders die Marke Volkswagen Pkw leidet unter rückläufigen Verkaufszahlen in China und Europa. Blume betonte jedoch, dass VW an seinen Zielen für die Elektromobilität festhalte. „Der Umbau zu einem führenden Anbieter von Elektrofahrzeugen bleibt unsere Priorität“, sagte er.
Reaktionen aus der Politik und von Analysten
Das Statement von Blume stieß in der Politik auf geteilte Reaktionen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) begrüßte die Offenheit des VW-Chefs, forderte aber auch einen Schutz der Arbeitsplätze. „Der Wandel muss sozialverträglich gestaltet werden“, so Weil. Analysten sehen hingegen noch erheblichen Nachholbedarf. „VW muss schneller reagieren und klare Prioritäten setzen“, kommentierte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.
Blume selbst räumte ein, dass die Transformation „schmerzhafte Einschnitte“ mit sich bringen werde. Er kündigte an, dass das Management in den nächsten Wochen konkrete Maßnahmen vorstellen werde. „Wir werden transparent kommunizieren und alle Stakeholder einbeziehen“, versprach der VW-Chef. Die Anleger reagierten verhalten: Die VW-Aktie notierte am Donnerstag leicht im Minus.
Zukunftsperspektiven für den Konzern
Trotz der Krise sieht Blume Chancen für Volkswagen. „Wir haben starke Marken und eine hervorragende Technologiebasis“, betonte er. Der Konzern wolle in den Bereichen Software und Batterietechnologie weiter investieren. Auch die Kooperation mit anderen Herstellern sei denkbar. „Wir prüfen alle Optionen, um unsere Wettbewerbsposition zu stärken“, so Blume.
Die Gewerkschaften mahnten indessen, dass soziale Einschnitte vermieden werden müssten. „Die Beschäftigten dürfen nicht die Leidtragenden der Krise sein“, sagte IG-Metall-Vertreter Jörg Hofmann. VW beschäftigt weltweit rund 680.000 Menschen. In Deutschland sind zahlreiche Standorte von möglichen Stellenstreichungen betroffen. Blume betonte jedoch: „Wir werden alles tun, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.“



