Der Rat der Berliner Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister hat den Senat aufgefordert, die Vergabe von Schulplätzen für den Wechsel in die 7. Klasse grundlegend zu überarbeiten. Die Mitglieder stimmten am Donnerstag einstimmig einer entsprechenden Vorlage von Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, zu.
Einstimmiger Beschluss für Reform der Oberschulvergabe
„Das Verfahren ist gescheitert“ – mit deutlichen Worten forderte Igel eine Vereinfachung des Systems. „Das Verfahren sollte vereinfacht, leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler sollten weniger benachteiligt, lange Fahrwege nach Möglichkeit verhindert werden“, sagte Igel. Der Senat soll nun bis spätestens Januar 2027 einen Reformvorschlag unterbreiten.
Bereits 2023 gefordert, aber nicht umgesetzt
Bereits 2023 hatte der Rat der Bürgermeister Veränderungen bei der Vergabe der Schulplätze gefordert, doch passiert ist wenig. Die Bezirke drängen nun mit Nachdruck auf eine Lösung, da die Situation in mehreren Bezirken seit Jahren angespannt ist. Besonders betroffen sind Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick.
Angespannte Lage in Treptow-Köpenick
In Treptow-Köpenick gehen laut Igel zahlreiche Bewerbungen von Schülerinnen und Schülern aus anderen Bezirken ein. Obwohl der Bezirk im Südosten Berlins mehr Oberschulplätze als Wohnortschüler für diese Klassen hat, werden diese durch externe Bewerbungen knapp. „Für Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern aus Treptow-Köpenick führt das regelmäßig zu der unschönen Situation, dass ihnen – wenn überhaupt – nur noch Plätze in anderen Bezirken angeboten werden, obwohl sie im Heimatbezirk bleiben wollten“, sagte der Bezirksbürgermeister.
Verfahren als gescheitert bezeichnet
Igel sieht das jetzige Vergabeverfahren als „endgültig gescheitert“ und künftig nicht mehr anwendbar an. Die Bezirke fordern eine Reform, die sowohl die Interessen der Schüler als auch der Eltern besser berücksichtigt und lange Schulwege vermeidet.



