Der desolate Zustand der brandenburgischen Landesstraßen ist seit Jahren bekannt. Nun belegen aktuelle Zahlen das Ausmaß: Fast die Hälfte aller Landesstraßen in Brandenburg befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Wie aus der Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervorgeht, sind 46,6 Prozent der Landesstraßen als sehr schlecht eingestuft. Weitere 18 Prozent werden vom Landesbetrieb Straßenwesen als schlecht bewertet. Die Landesregierung kündigte an, noch in diesem Jahr neue Daten zum Zustand der Landes- und Bundesstraßen zu veröffentlichen.
Städte mit besonders hohem Anteil kaputter Straßen
Besonders dramatisch ist die Lage in den kreisfreien Städten Cottbus und Brandenburg an der Havel. In Cottbus gelten rund 97 Prozent der Landesstraßen als sehr schlecht, in Brandenburg an der Havel sind es etwa 84 Prozent. Der Landkreis mit dem schlechtesten Wert ist die Prignitz mit rund 59 Prozent. In der Landeshauptstadt Potsdam hingegen sind nur 35 Prozent der Landesstraßen in einem sehr schlechten Zustand. Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2023.
AfD kritisiert alarmierenden Zustand
Der AfD-Abgeordnete Daniel Münschke erklärte, die Antwort der Landesregierung belege einen alarmierenden Zustand des Landesstraßennetzes. Nach dem eigenen Bewertungsschema sei auf fast der Hälfte des Netzes die Einleitung von Erhaltungsmaßnahmen geboten. Aktuelle Daten zum Zustand der Bundesstraßen werden vom Bundesverkehrsministerium noch in diesem Sommer erwartet.
Verkehrsminister verspricht schrittweise Besserung
Verkehrsminister Robert Crumbach räumte ein, dass der Zustand vieler Landesstraßen in Brandenburg nicht zufriedenstellend sei. „Das sehen die Menschen täglich – und das blenden wir nicht aus“, sagte er laut einer Mitteilung seines Ministeriums. Es gebe einen „planvollen und priorisierten Erhalt der belasteten und geschädigten Abschnitte“. Man wolle die vorhandenen Mittel gezielt dort einsetzen, „wo der Bedarf am größten ist, und Schritt für Schritt die Substanz des Landesstraßennetzes zu stärken“.



