Die brandenburgische Kleinstadt Buckow in der Märkischen Schweiz möchte sich künftig offiziell „Brecht-Stadt“ nennen. Die Stadtverordneten haben bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst, nun muss das Innenministerium den Antrag prüfen. Das teilte Bürgermeister Thomas Mix (SPD) mit. Er erhofft sich von dem zusätzlichen Aushängeschild höhere Einnahmen und einen Aufschwung für den Tourismus, insbesondere in der schwächeren Wintersaison.
Sommersitz von Brecht und Weigel
Der berühmte Dramatiker Bertolt Brecht und seine Frau Helene Weigel besaßen in Buckow ein Sommerhaus am See. Seit 1977 ist in dem kleinen Kurort mit 1.500 Einwohnern das Brecht-Weigel-Haus eine Gedenkstätte und ein Museum für das Künstlerpaar. Zudem gibt es einen Brecht-Verein und regelmäßige Brecht-Spaziergänge.
Neue Ortsschilder ab Herbst?
Bürgermeister Mix rechnet damit, dass die neuen Ortsschilder mit dem Zusatz „Brecht-Stadt“ im Herbst oder Winter aufgestellt werden können. Im Jahr 2025 verzeichnete Buckow rund 32.000 Tagestouristen.
Bedenken in der Bevölkerung
Die Begeisterung für den neuen Namenszusatz ist jedoch nicht überall groß. Mix berichtete, dass die Meinungen in der Bevölkerung gespalten seien. Manche sähen in Brecht einen „Kommunisten“ und lehnten daher die Bezeichnung „Brecht-Stadt“ ab. Auch sein Lebenswandel, insbesondere sein umstrittener Umgang mit Frauen, werde kritisch gesehen. In der Stadtverordnetenversammlung stimmten fünf Mitglieder für den Namenszusatz, drei dagegen, zwei enthielten sich.
Mehr Gerichte nach Rezepten von Weigel?
Die lokale Wirtschaft reagierte laut Bürgermeister positiv auf die Pläne. Künftig soll es in Buckow mehr Veranstaltungen geben, außerdem kulinarische Angebote aus einem Kochbuch mit Rezepten von Helene Weigel. Auch Zitronenkuchen, den Brecht besonders mochte, könnte häufiger beim Bäcker angeboten werden, so Mix.
Bertolt Brecht, gebürtiger Augsburger, starb am 14. August 1956 im Alter von 58 Jahren in Ost-Berlin. Seine Werke werden bis heute weltweit aufgeführt.



