CSD Cottbus: Nach Brandanschlag wächst Verunsicherung in queerer Community
CSD Cottbus: Verunsicherung nach rechtsextremen Angriffen

Nach den mutmaßlich rechtsextremen Angriffen in Cottbus wächst in der queeren Community die Sorge vor dem Christopher Street Day (CSD) am kommenden Wochenende. „Ja, das verunsichert“, sagte CSD-Vorstandsmitglied Christian Müller der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig sei jedoch auch viel Zuspruch und Solidarität zu spüren.

Polizei rechnet mit erhöhtem Schutzbedarf

Bislang ist laut Polizei keine Gegendemonstration zum CSD am Samstag (11. Juli) angemeldet. Dennoch mobilisieren rechtsextreme Gruppen immer wieder gegen Veranstaltungen der queeren Community und rufen zu Störaktionen auf. Bereits im vergangenen Oktober fand der CSD in Cottbus unter erhöhtem Polizeischutz statt, begleitet von Protesten aus der rechtsextremen Szene. „Wir sind vorbereitet auf Gegenaktivitäten und mit der Polizei im Gespräch“, betonte Müller.

Brandanschlag und weitere Straftaten

Im Vorfeld des diesjährigen CSD ereignete sich ein mutmaßlicher Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus. Staatsschutz und Mordkommission ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die Polizei geht von zwei Tätern aus dem rechtsextremistischen Spektrum aus. Zudem wird eine versuchte Brandstiftung an einem Club geprüft, und der Staatsschutz ermittelt wegen einer zerstörten Scheibe an einem Grünen-Büro. Bereits im Vorjahr kam es vor dem CSD zu einem Brand vor dem Veranstaltungsort „Regenbogenkombinat“ sowie zu beschädigten Regenbogenfahnen.

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Teilnehmerzahlen und Stimmung in der Community

Die Organisatoren rechnen in diesem Jahr mit 500 Teilnehmern bei der CSD-Demonstration. Sollte eine Störaktion geplant sein, könnten es jedoch schnell mehr werden, meinte Müller. Die Stimmung unter queeren Menschen in Cottbus sei im Alltag seit langem von Unsicherheit geprägt. „Wenn du als queer wahrgenommen wirst, ist die Gefahr groß. Die, die sich zeigen, kann man an drei Fingern abzählen“, schilderte Müller. Viele überlegten sich genau, wie sie auftreten würden – selbst kleine Regenbogen-Accessoires am Rucksack würden lieber weggelassen. Sichtbar queere Menschen gebe es im Stadtbild aus Angst vor Anfeindungen und Gewalt nur wenige.

Solidarität und Vorbereitungen

Trotz der Bedrohungslage betonte Müller den Zuspruch aus der Bevölkerung und die enge Zusammenarbeit mit der Polizei. Der CSD solle ein Zeichen der Sichtbarkeit und des Zusammenhalts setzen. Die Organisatoren appellieren an die Teilnehmer, wachsam zu sein, aber sich nicht einschüchtern zu lassen.

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