Personal-Poker bei Sachsen-SPD: Dulig-Comeback durch die Hintertür?
Dulig-Comeback bei Sachsen-SPD? Personal-Poker hinter den Kulissen

Kurz vor dem Landesparteitag der SPD am 13. Juni in Dresden wird hinter den Kulissen intensiv über Personen, Posten und Perspektiven gesprochen. Es geht um einen möglichen Generationenwechsel, ein politisches Comeback und die Frage, wer die Partei aus ihrem tiefen Umfragetal führen soll.

Knackpunkt OB-Wahl in Leipzig

Auslöser der Spekulationen ist ausgerechnet Dirk Panter (52). Der derzeitige Wirtschaftsminister soll für die SPD im kommenden Frühjahr das Leipziger Rathaus verteidigen und die Nachfolge von Oberbürgermeister Burkhard Jung (68) antreten. Doch selbst mit Panters Kandidatur ist ein Sieg alles andere als sicher. Mit dem als bestens vernetzt geltenden Tausendsassa und Verbandsmanager Dirk Thärichen (57, parteilos), Leipzigs Linken-Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (49) und Sachsens Hochschulminister Sebastian Gemkow (47, CDU) stehen ernstzunehmende Konkurrenten bereit.

Die SPD plant für die Zeit danach

Während öffentlich noch über die Leipziger OB-Wahl sinniert wird, beschäftigen sich die Sozialdemokraten intern bereits mit der nächsten Frage: Wer übernimmt eigentlich das Wirtschaftsministerium, sollte Panter tatsächlich ins Rathaus wechseln? In Partei-Kreisen fällt dabei immer wieder derselbe Name: Matthias Ecke (43). Der Europaabgeordnete aus Dresden gilt als politisch erfahren, loyal und regierungstauglich. Viele halten ihn für den logischen Nachfolger, sollte der Ministerposten frei werden. Zumal er früher bereits als Referent im Leitungsstab des Ministeriums arbeitete.

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Dulig vor Comeback?

Doch die eigentliche Geschichte beginnt erst dahinter. Martin Dulig (52), Panters Vorgänger im Wirtschaftsministerium und über Jahre das Gesicht der Sachsen-SPD, soll nach Informationen aus der Partei kein Interesse an einer Rückkehr ins Kabinett haben. Der Moritzburger, so heißt es, denke längst einige Jahre weiter. In der SPD gilt es mittlerweile als offenes Geheimnis, dass Dulig auf die Dresdner Oberbürgermeisterwahl 2029 schielt. Nach mehreren mäßig erfolgreichen SPD-Kandidaturen für das Dresdner Rathaus sehen viele Genossen im früheren Vize-Ministerpräsidenten den einzigen Sozialdemokraten mit ausreichend Bekanntheit, um dort ernsthaft um den Sieg mitspielen zu können.

Erst Nasr, dann Dulig?

Aus dem Umfeld des Ex-Ministers ist zu hören, dass dessen politisches Ziehkind, Rasha Nasr (34), spätestens im kommenden Jahr an die Spitze der Landespartei rücken könnte. Die Bundestagsabgeordnete ist bei den mächtigen Jusos hervorragend vernetzt, verfügt zudem über Rückhalt in weiten Teilen des Landesverbandes und gehört zu den bekanntesten jüngeren Gesichtern der Partei. Nicht jeder in der SPD kann allerdings mit ihrem Stil etwas anfangen. Vor allem ältere Genossen zeigen sich gelegentlich irritiert über manche ihrer eigenwilligen Social-Media-Auftritte. Dennoch wächst parteiintern die Zahl derjenigen, die in Nasr die Frau sehen, die den dringend benötigten Generationenwechsel organisieren könnte. Der bisherige Landeschef Henning Homann (45) wiederum solle sich nach diesen Überlegungen künftig auf seine Arbeit als Fraktionschef im Landtag konzentrieren. Der als verbindlich geltende Döbelner führt die SPD dort durch die schwierige schwarz-rote Minderheitskoalition mit der CDU.

Offiziell steht von all dem beim Parteitag in Dresden kein Wort auf der Tagesordnung. An den Stehtischen und bei den Flurgesprächen nach den Reden dürfte das allerdings anders sein.

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