Hagel wie Golfbälle: Schwere Unwetter in Norddeutschland – DWD warnt vor neuen Stürmen
Hagel wie Golfbälle: Unwetter in Norddeutschland – DWD warnt

Am Montagabend haben schwere Unwetter mit Hagel, Sturm und Starkregen vor allem Norddeutschland getroffen. In Niedersachsen gingen bei der Polizei zwischen 21 Uhr und 1 Uhr nachts rund 250 Notrufe ein, die Feuerwehr rückte gut 600 Mal aus. Besonders betroffen war der Landkreis Harburg, wo Hagelkörner größer als Golfbälle Autoscheiben zertrümmerten und Dellen in den Lack schlugen. In Heidenau wurden sogar Hausdächer stark beschädigt.

Anwohnerin: „So ein Chaos habe ich noch nie erlebt“

Eine Anwohnerin aus Heidenau sagte der dpa entsetzt: „Ich habe so was noch nie erlebt, so ein Chaos.“ Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, um die Schäden zu beseitigen und Notrufe zu bearbeiten. Auch in Schleswig-Holstein herrschte Ausnahmezustand: Eine Unwetterfront führte allein in den Kreisen Pinneberg und Steinburg zu mehr als 150 Rettungs- und Hilfseinsätzen. Besonders betroffen waren Elmshorn und Kellinghusen, wo eine gewaltige Gewitterzelle mit Starkregen und Hagel für Überschwemmungen sorgte. Straßen wurden überflutet, Einsatzfahrzeuge blieben in Unterführungen stecken, und die Feuerwehr musste Verstärkung aus anderen Regionen anfordern.

Wittenburg in Mecklenburg-Vorpommern: Straßen unter Hagelschicht

Noch heftigere Bilder kamen aus Wittenburg in Mecklenburg-Vorpommern: Binnen weniger Minuten wurden die Straßen vollständig von einer dicken Hagelschicht bedeckt. Fahrbahnen verwandelten sich in einen reißenden Fluss aus einem Wasser-Hagel-Gemisch. Die Einsatzkräfte waren mit Hochdruck dabei, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

DWD warnt vor neuen Unwettern am Dienstag

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt bereits vor neuen schweren Unwettern am Dienstag. Während für die Mitte und den Süden von Nordrhein-Westfalen sowie die komplette Westhälfte von Rheinland-Pfalz amtliche Warnungen wegen Hitze und Temperaturen weit über 30 Grad herausgegeben wurden, drohen anderenorts erneut Unwetter. In ganz Baden-Württemberg gelten die Warnstufen 1 und 2, wobei die Schwarzwaldregion besonders gefährdet ist. Es werden wieder Gewitter mit Starkregen, Sturm und Hagel erwartet.

Osthälfte Deutschlands ebenfalls betroffen

Auch die Osthälfte Deutschlands ist betroffen, wo sich lokal heftige Unwetter bilden können. Betroffen sind etwa die Regionen um Magdeburg, Erfurt, Berlin, das sächsische Vogtland und erneut östliche Teile von Niedersachsen. In der Südhälfte Brandenburgs sind laut DWD eng begrenzt extreme Unwetter möglich – mit größerem Hagel und schweren Sturmböen um 75 Kilometer pro Stunde. Die Wetterexperten erwarten außerdem sehr heftigen Starkregen mit 40 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde und teils noch größeren Mengen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration