Das Vergabeverfahren zur privatwirtschaftlichen Neunutzung des Internationalen Congress Centrums (ICC) in Berlin ist nach Ansicht einer Leserin gescheitert. Franziska Eichstädt-Bohlig aus Berlin-Charlottenburg argumentiert in einem Leserbrief, dass ein Kunst- und Kulturzentrum weder die Sanierungskosten noch die laufenden Betriebskosten refinanzieren könne. Ein solches Projekt würde Berlin erneut finanziell belasten.
Kein Bedarf für weiteren Kultur-Großstandort
Inhaltlich sei ein Kunst- und Kulturzentrum ebenfalls nicht sinnvoll, da Berlin bereits über ein reichhaltiges Angebot an Kunst und Kultur verfüge. Ein neuer Großstandort würde den bestehenden Einrichtungen unnötig Konkurrenz machen und ihnen „Wasser abgraben“, so die Leserin. Stattdessen fehle der Hauptstadt ein großes, repräsentatives internationales Kongresszentrum in zentraler Lage. Es sei peinlich, dass Großkongresse nur im privat betriebenen Estrel Congress Center (ECC) in unscheinbarer Randlage stattfinden könnten.
Appell an den Bund
Eichstädt-Bohlig fordert, dass Berlin beim Bund für eine Übernahme oder kooperative Neubelebung des ICC wirbt. Dies würde zwar öffentliche Mittel für Sanierung und Betrieb erfordern, könne aber neue wirtschaftliche und politische Impulse für die Bundeshauptstadt bringen. Sie warnt davor, weitere Zeit und Kosten in eine Fehlinvestition zu stecken.



