Kinderverbot im Freiburger Lorettobad: Nur Frauen ab 16 am Wochenende
Kinderverbot im Lorettobad: Nur Frauen ab 16

Neue Regelung im Lorettobad: Nur noch Frauen ab 16 Jahren am Wochenende

Das Freiburger Lorettobad, das einzige reine Damenfreibad in Deutschland, hat seine Zugangsregeln verschärft. An Samstagen und Sonntagen dürfen nur noch Frauen ab 16 Jahren das Bad betreten. Das teilte die Betreibergesellschaft Regio-Bäder GmbH auf ihrer Internetseite mit. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren müssen an diesen Tagen auf den Badespaß verzichten. Die Maßnahme gilt ab sofort und sorgt für kontroverse Diskussionen.

Begründung: Sicherheit und Erhalt des besonderen Charakters

Zur Begründung hieß es, man wolle einen „sicheren und geordneten Badebetrieb“ gewährleisten und zugleich den besonderen Charakter des Damenbads erhalten. Für Familien stehe direkt nebenan das Familienbad ohne Einschränkungen zur Verfügung. Das Lorettobad ist seit 139 Jahren ein Ort nur für Frauen und zieht entsprechend viele Besucherinnen an – besonders an heißen Tagen.

Überfüllung an Hitzetagen: Kapazitätsgrenze oft erreicht

Nach Angaben der Badischen Zeitung war das Bad in den vergangenen Wochen mehrfach bis an seine Kapazitätsgrenze von 450 Besucherinnen ausgelastet. Der Andrang sei vor allem an den Hitzetagen enorm gewesen. Zusätzlich sorgte ein offener Brief eines Gründungsmitglieds des Vereins „Freunde des Lorettobads“ an Oberbürgermeister Martin Horn für Diskussionen. Darin wurden unter anderem große Besuchergruppen aus dem französischen Elsass kritisiert, die teilweise ungeduscht oder in Alltagskleidung, langen Gewändern oder Unterwäsche ins Wasser gehen würden, wie die Badische Zeitung zitierte.

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Besucherinnen berichten von Problemen

Auch zwei regelmäßige Besucherinnen bestätigten der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass an Wochenenden zuletzt kaum noch an Erholung zu denken gewesen sei. Ihrem Eindruck nach hätten sich insbesondere größere Gruppen aus Frankreich nicht immer an die Baderegeln gehalten. Der Geschäftsführer der Regio-Bäder GmbH, Matthias Müller, räumte gegenüber der Badischen Zeitung ein, dass zuletzt vermehrt größere Gruppen – auch aus dem Elsass – angereist seien. Das kleine Damenbad stoße dadurch schnell an seine Grenzen. Bislang habe man die Situationen jedoch durch Gespräche und „deeskalierende Maßnahmen“ lösen können.

Gemischte Reaktionen: Erleichterung und Kritik

Unter den Besucherinnen stößt die neue Regelung auf gemischte Resonanz. Eine Frau berichtete, sie habe sich mit ihrer Schwiegertochter und ihrem Enkel im Damenbad treffen wollen und erst am Eingang vom neuen Kinderverbot erfahren. Sie wolle nun auf das benachbarte Familienbad ausweichen. Andere begrüßen die Entscheidung ausdrücklich. Eine Stammgästin sagte der Zeitung: „Wir atmen auf.“

Oberbürgermeister Martin Horn äußert sich

Auch Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn äußerte sich gegenüber der dpa zu der Debatte. Dass Kinder und Jugendliche ausgeschlossen würden, sei „natürlich schwierig“. Gleichzeitig betonte der parteilose Politiker, es gehe nicht darum, bestimmte Personengruppen auszugrenzen. Ziel sei vielmehr, den großen Andrang in dem kleinen Damenbad zu begrenzen. „Wenn aus dem Damenbad ein Erlebnisbad wird, dann verliert das Bad seinen Charakter“, sagte Horn.

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