Der Kölner Dom wird ab dem 1. Juli 2026 für Touristen kostenpflichtig. Wie die Kirchenverantwortlichen am Dienstag bekannt gaben, beträgt der Eintrittspreis 12 Euro. Mit dieser Gebühr sollen die gestiegenen Kosten für die Pflege, den Schutz und den laufenden Betrieb der Kathedrale gedeckt werden. Besucher, die einen Gottesdienst besuchen, persönlich beten oder eine Kerze anzünden möchten, können dies weiterhin kostenfrei tun. Dafür werden in Deutschlands bekanntester Kirche verschiedene Zugangsbereiche eingerichtet.
Gründe für die Einführung der Eintrittsgebühr
Domrendant Clemens van de Ven erklärte: „Der Dom kostet Geld, der Dom braucht viel Geld.“ Das Unesco-Weltkulturerbe verursache täglich Kosten in Höhe von 44.000 Euro. „Da ist natürlich auch der Eintrittspreis von 12 Euro mehr als willkommen“, so van de Ven. Dompropst Guido Assmann betonte, dass die Zugangsgebühr sozialverträglich gestaltet sei. Daher werde es freien Eintritt für bestimmte Gruppen wie Kinder sowie Ermäßigungen und freien Eintritt an bestimmten Fest- und Feiertagen geben. „Wir haben das abgewogen. 12 Euro, ich glaube, das ist verträglich in dem Gesamtgefüge“, sagte Assmann.
Vergleich mit anderen Kirchen
In Deutschland sind die meisten Kirchen kostenlos zugänglich. Eine Ausnahme ist der Berliner Dom, dessen Besichtigungsticket 15 Euro kostet. Im Ausland sind Eintrittsgelder üblicher. So verlangt die St. Paul‘s-Kathedrale in London 27 Pfund (etwa 31 Euro), die Westminster Abbey 31 Pfund (etwa 35 Euro) und die Sagrada Família in Barcelona 26 Euro. Es gibt jedoch auch prominente Gegenbeispiele: Notre-Dame in Paris ist trotz der teuren Restaurierung nach dem Brand von 2019 kostenlos, ebenso der Petersdom in Rom.
Kritik an der Gebühr
Kritiker der Eintrittsgebühr argumentieren, dass Köln nicht mit internationalen Touristenmetropolen wie London vergleichbar sei. Viele Besucher seien Kölner oder Menschen aus der Region, auch Durchreisende vom benachbarten Hauptbahnhof, die bisher oft spontan einen Abstecher in den Dom gemacht hätten. Diese Spontanbesuche würden nun der Vergangenheit angehören. Auch andere berühmte deutsche Kirchen wie der Hamburger Michel oder die Frauenkirche in München können weiterhin kostenlos besichtigt werden.



