Stadtrat beschließt Neubau, aber mit Haken
Der Nürnberger Stadtrat hat in einer brisanten Sitzung den Weg für das neue Max-Morlock-Stadion freigemacht. Doch während die Öffentlichkeit noch über die Sommerfest-Stimmung beim Club diskutiert, droht hinter den Kulissen ein harter Realitätsschock. Im Kleingedruckten des Beschlusses findet sich eine Entscheidung, die die Pläne für ein Interimsstadion in Roth oder Ansbach ins Wanken bringt.
Kohle-Klausel gefährdet Ausweichpläne
Die entscheidende Passage betrifft die Finanzierung des Interimsstadions. Laut dem Beschluss muss der Bau des Ausweichstadions aus eigenen Mitteln des 1. FC Nürnberg oder durch Sponsoren finanziert werden – ohne städtische Zuschüsse. Dies könnte die Pläne für ein temporäres Stadion in Roth oder Ansbach zunichtemachen, da der Club die Kosten nicht allein stemmen kann.
Ein Sprecher der Stadt Nürnberg erklärte: „Der Stadtrat hat klargestellt, dass öffentliche Gelder ausschließlich für das neue Max-Morlock-Stadion verwendet werden. Für ein Interimsstadion müssen andere Lösungen gefunden werden.“
Club unter Druck: Zeitplan und Kosten
Der 1. FC Nürnberg steht nun vor einem Dilemma. Der Bau des neuen Stadions wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern, und während dieser Zeit benötigt der Club eine Spielstätte. Bislang galten Roth und Ansbach als favorisierte Standorte für ein Interimsstadion mit einer Kapazität von rund 15.000 Plätzen. Die Kosten dafür werden auf etwa 20 Millionen Euro geschätzt.
Club-Präsident Michael Meier zeigte sich enttäuscht: „Wir haben auf eine Unterstützung der Stadt gehofft. Ohne diese wird es schwierig, ein Interimsstadion zu realisieren. Wir prüfen jetzt alle Optionen.“
Auswirkungen auf Fans und Region
Sollte das Interimsstadion nicht gebaut werden, müsste der Club möglicherweise auf andere Ausweichspielstätten ausweichen, was höhere Kosten und logistische Probleme mit sich brächte. Auch die Fans wären betroffen, da die Anreise zu weiter entfernten Stadien länger und teurer wäre.
Die Region Roth und Ansbach verliert zudem eine Chance auf wirtschaftliche Impulse durch die Spiele. Der Beschluss des Stadtrats könnte daher weitreichende Folgen haben, die über den Fußball hinausgehen.



