Der Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg wird mit 85 Millionen Euro teuer. Doch für die Innenausstattung fehlt das Geld. Ursprünglich sollten alte Möbel aus DDR-Zeiten in den modernen Bau einziehen. Nach einem öffentlichen Streit wurde nun ein Kompromiss gefunden.
Alte Möbel für neue Schule?
Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hatte geplant, die Schule mit gebrauchten Möbeln auszustatten, um Kosten zu sparen. Dazu gehörten auch Stücke aus den 1980er Jahren, die noch aus DDR-Beständen stammen. „Das ist ein Unding, in einen 85-Millionen-Neubau alte Möbel zu stellen“, kritisierte die Elternvertretung. Auch die Schulleitung zeigte sich unzufrieden.
Der Bezirk argumentierte dagegen, dass das Budget für die Ausstattung knapp sei. „Wir müssen sparen, wo es geht. Die Möbel sind funktional und noch in gutem Zustand“, sagte ein Sprecher des Bezirksamts. Der Streit zog sich über Monate hin und sorgte für Schlagzeilen.
Kompromiss gefunden
Nun einigten sich Bezirk, Schule und Eltern auf einen Kompromiss. „Die neuen Klassenräume werden mit neuen, modernen Möbeln ausgestattet. Für weniger frequentierte Bereiche wie Lagerräume oder Abstellkammern können gebrauchte Möbel verwendet werden“, erklärte Schulstadtrat Andy Hehmke (SPD) am Donnerstag. Die Finanzierung der neuen Möbel erfolgt aus einem Sondertopf des Senats.
Der Bezirk muss jedoch einen Eigenanteil von 200.000 Euro beisteuern. Dieses Geld soll durch Einsparungen an anderer Stelle im Bezirkshaushalt aufgebracht werden. Die Elternvertretung zeigte sich erleichtert: „Endlich gibt es eine Lösung, die der Schule und den Schülern gerecht wird.“
Bau läuft planmäßig
Der Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums an der Rigaer Straße ist Teil eines größeren Schulbauprogramms des Berliner Senats. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant. Die Schule wird Platz für etwa 1.000 Schüler bieten. „Der Bau liegt im Zeitplan“, betonte Hehmke. Die ersten Klassen sollen nach den Sommerferien 2028 einziehen.
Bis dahin müssen die neuen Möbel beschafft und aufgestellt sein. Die Ausschreibung dafür soll noch in diesem Jahr starten. „Wir werden Wert auf ergonomische und langlebige Möbel legen“, kündigte die Schulleitung an. Die alten Ost-Möbel werden nun an andere Schulen im Bezirk weitergegeben.



