Die Abiturprüfungen des Jahrgangs 2026 sind geschrieben, die Zeugnisse verteilt. Doch mit dem Schulabschluss beginnt für viele Absolventen eine neue Herausforderung: die Entscheidung über den weiteren Lebensweg. Diese kann angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten schnell überfordernd wirken. Sechs junge Berlinerinnen und Berliner gewähren Einblicke, wie sie ihren persönlichen Weg nach dem Abi gefunden haben.
Vielfältige Wege nach dem Abitur
Die Spanne der Optionen ist groß: Studium, Ausbildung, Freiwilligendienst, Reisen oder erst einmal Jobben. Jeder Absolvent steht vor der Frage, welcher Pfad der richtige ist. Die sechs Porträtierten zeigen, dass es nicht den einen Königsweg gibt, sondern viele individuelle Lösungen.
Eine der jungen Berlinerinnen entschied sich nach dem Abi für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einer Kita. „Ich wollte etwas Sinnvolles tun und gleichzeitig herausfinden, ob der soziale Bereich wirklich mein Ding ist“, berichtet sie. Das FSJ half ihr, Klarheit zu gewinnen: Sie studiert nun Soziale Arbeit. Ein anderer Abiturient zog es vor, zunächst eine Ausbildung zum Elektriker zu absolvieren, bevor er ein Studium der Elektrotechnik anschloss. „Die praktische Erfahrung hat mir im Studium sehr geholfen“, erklärt er.
Die Rolle von Beratungsangeboten
Viele Absolventen nutzen Beratungsangebote, um ihre Entscheidung zu erleichtern. Die Bundesagentur für Arbeit bietet spezielle Sprechstunden für Abiturienten an, in denen über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten informiert wird. Auch die Berliner Hochschulen halten umfangreiche Informationsveranstaltungen bereit. Eine der Porträtierten besuchte mehrere Campus-Tage, bevor sie sich für ein BWL-Studium entschied. „Die Gespräche mit Studierenden und Professoren haben mir sehr geholfen, ein realistisches Bild zu bekommen“, sagt sie.
Eine andere Absolventin wagte den Schritt ins Ausland: Sie arbeitete ein Jahr als Au-pair in Frankreich. „Ich wollte mein Französisch verbessern und eine andere Kultur kennenlernen. Das hat mich persönlich enorm weitergebracht“, erzählt sie. Nach ihrer Rückkehr begann sie ein Studium der Internationalen Betriebswirtschaft.
Druck und Erwartungen bewältigen
Der Druck, die „richtige“ Entscheidung zu treffen, ist für viele Absolventen hoch. Eltern, Freunde und die Gesellschaft erheben oft Erwartungen, die zusätzlichen Stress verursachen. Ein junger Berliner berichtet: „Alle um mich herum wussten angeblich genau, was sie wollten. Ich fühlte mich verloren.“ Er entschied sich für eine Auszeit, reiste durch Südostasien und jobbte in verschiedenen Branchen. „Erst danach wusste ich, dass ich Lehramt studieren will. Die Erfahrungen haben mir gezeigt, was mir wirklich wichtig ist.“
Die sechs Geschichten verdeutlichen, dass der Weg nach dem Abi selten linear verläuft. Umwege und Neuanfänge sind normal. Entscheidend ist, sich Zeit zu nehmen und auf die eigenen Interessen zu hören. Wie ein Absolvent es formuliert: „Das Abi ist ein Meilenstein, aber nicht die letzte Station. Es geht darum, den eigenen Weg zu finden – und der darf auch mal kurvig sein.“



