Bei einer gemeinsamen Razzia deutscher und niederländischer Polizeikräfte sind mehrere Drogenlabore ausgehoben und zahlreiche Verdächtige festgenommen worden. Die Ermittler durchsuchten insgesamt 13 Objekte, darunter zehn in Nordrhein-Westfalen und drei in den Niederlanden. Die Labore waren nach Angaben der Polizei auf die illegale Herstellung von Amphetamin spezialisiert.
Hunderte Einsatzkräfte im Einsatz
Mehrere hundert Polizisten waren an dem Großeinsatz beteiligt, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Dabei wurden drei mit Haftbefehl gesuchte Verdächtige festgenommen. Darüber hinaus nahmen die Beamten mehrere weitere Personen vor Ort vorläufig fest. Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt neun deutsche und niederländische Tatverdächtige.
Ihnen wird zur Last gelegt, seit dem vergangenen Jahr Grundstoffe für die illegale Herstellung von Amphetamin im Tonnenbereich beschafft und mehrere Amphetamin-Labore betrieben zu haben. Die genaue Menge der sichergestellten Drogen und Chemikalien stand zunächst noch nicht fest.
Durchsuchungen in Lagerhallen und Wohnungen
Die Durchsuchungen konzentrierten sich neben Wohnungen auch auf mutmaßliche Produktionsstätten. Besonders im Fokus standen zwei Lagerhallen in Kaldenkirchen und Niederkrüchten im Kreis Viersen, direkt an der niederländischen Grenze. Die Ermittler gehen davon aus, dass dort in großem Stil Amphetamin hergestellt wurde.
An der Aktion war die Ermittlungskommission „Awari“ beteiligt, die von Europol, dem Landeskriminalamt und dem Bundeskriminalamt unterstützt wurde. Die Koordination der Razzia erfolgte am Mittwochmorgen. Die Polizei betonte die enge Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden, um gegen die grenzüberschreitende Drogenkriminalität vorzugehen.
Hintergrund der Ermittlungen
Die Ermittlungen laufen bereits seit längerem. Die Verdächtigen sollen ein Netzwerk betrieben haben, das von Deutschland und den Niederlanden aus agierte. Amphetamin, auch bekannt als Speed, ist eine der am weitesten verbreiteten illegalen Drogen in Europa. Die Razzia ist ein weiterer Schlag gegen die organisierte Kriminalität in der Region.
Die Polizei prüft nun die sichergestellten Beweismittel, um weitere Details zu den Produktionsmengen und den Vertriebswegen zu ermitteln. Die festgenommenen Personen sollen zeitnah einem Haftrichter vorgeführt werden.



