Rekord-Einbürgerungen in Deutschland: Grüne feiern, AfD empört
Rekord-Einbürgerungen in Deutschland: Grüne feiern, AfD empört

Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erwarben im vergangenen Jahr rund 332.500 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit – ein Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark war der Zuwachs in Berlin, wo 39.041 Menschen eingebürgert wurden, fast 80 Prozent mehr als 2024.

Gründe für den Anstieg

Hintergrund des sprunghaften Anstiegs ist das im Juni 2024 in Kraft getretene modernisierte Staatsangehörigkeitsgesetz. In Berlin wurde zudem das Einbürgerungsverfahren reformiert: Ein neues Landesamt für Einwanderung bündelt die Prozesse, die zuvor von den Bezirken bearbeitet wurden. Das Personal wurde fast verdoppelt, viele Schritte digitalisiert. Dadurch verkürzten sich die Bearbeitungszeiten deutlich.

Herkunft der Neubürger

Die größte Gruppe unter den Eingebürgerten bildeten Syrer, gefolgt von Türken und Russen. Auffällig ist der Anstieg bei Iranern (fast verdoppelt auf 1.619) und US-Amerikanern (von 283 auf 1.090, fast vervierfacht). Im Durchschnitt lebten die Eingebürgerten bereits 11,2 Jahre in Deutschland, ihr Durchschnittsalter lag bei 32,4 Jahren.

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Politische Reaktionen

Die Rekordzahl spaltet die politischen Lager. Die grüne Parlamentsgeschäftsführerin Filiz Polat sprach von einer „Erfolgsgeschichte“ der Ampel-Reform. „Wer sich einbürgern lässt, entscheidet sich bewusst für unser Land“, betonte sie. Die Linke nannte die Zahlen „eine gute Nachricht“ und kritisierte die AfD für deren „menschenverachtendes Weltbild“.

AfD-Chefin Alice Weidel forderte hingegen einen „sofortigen Einbürgerungsstopp“ und warf Kanzler Friedrich Merz vor, die Politik der offenen Grenzen fortzusetzen. CDU-Innenexperte Günther Krings kritisierte die hohe Zahl von Doppelstaatlern und forderte schärfere Regeln für den Entzug der deutschen Staatsangehörigkeit bei Straftaten.

Doppelte Staatsbürgerschaft weit verbreitet

Laut einer Umfrage des Mediendienstes Integration liegt die Quote der Mehrstaatigkeit bei neuen Deutschen zwischen 85 und 98 Prozent. Die Reform erlaubt seit Juni 2024 generell die Beibehaltung der alten Staatsangehörigkeit. Zuvor war dies nur für EU-Bürger und in Ausnahmefällen möglich. Zudem verkürzte die Reform die erforderliche Aufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre – die Turbo-Einbürgerung nach drei Jahren wurde jedoch von der schwarz-roten Regierung wieder abgeschafft.

Krings plädierte dafür, Doppelstaatlern bei schweren Straftaten oder extremistischer Betätigung leichter die deutsche Staatsbürgerschaft entziehen zu können. „Die bisherigen Tatbestände reichen nicht aus“, kritisierte er.

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