Nach dem Autoangriff auf den Christopher Street Day in Berlin am 26. Juli haben sich Politiker aller Parteien bestürzt gezeigt. Der Fahrer eines Autos war in die Menschenmenge gerast und hatte mehrere Menschen verletzt. Die Polizei geht von einem islamistisch motivierten Anschlag aus.
Bundespräsident Steinmeier: „Angriff auf unsere offene Gesellschaft“
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich in Hamm, wo er an einem Tempelfest der Hinduistischen Gemeinde teilnahm. „Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben“, sagte er. „Ich bin erschüttert und entsetzt über den mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin, bei dem Hunderttausende Menschen aus aller Welt friedlich und fröhlich feiern wollten, ein Zeichen setzen wollten für Toleranz und Vielfalt, für ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben.“
Kanzler Merz: „Mit aller Härte verfolgen“
Bundeskanzler Friedrich Merz nannte die Tat „abscheulich“. „Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft.“ Der Kanzler kündigte an, dass die Tat „aufgeklärt und mit aller Härte verfolgt“ werde.
SPD-Fraktionschef Miersch: „Schwuler Mann weiß, wofür dieser Tag steht“
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch zeigte sich tief erschüttert. „Ich war selbst oft beim CSD, als schwuler Mann weiß ich, wofür dieser Tag steht: für Freiheit, für gleiche Rechte, für das Recht, einfach man selbst zu sein. All das wurde in Berlin auf abscheuliche Art angegriffen.“ Auch Miersch forderte eine lückenlose Aufklärung der Tat.
AfD: Sicherheitspolitisches Totalversagen
AfD-Politiker Martin Hess kritisierte die Sicherheitsbehörden scharf: „Der Fall offenbart ein weiteres Mal das sicherheitspolitische Totalversagen der Regierenden. Wenn ein polizeibekannter islamistischer Gefährder eine solche Tat begehen konnte, muss lückenlos aufgearbeitet werden, weshalb er sich überhaupt noch frei bewegen konnte.“
Grüne: Geschockt und tief traurig
Die Grünen im Bundestag erklärten: „Wir sind geschockt und tief traurig wegen des Anschlags auf den Berliner CSD. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Verletzten.“ Jetzt gelte es, mutmaßliche Täter zu fassen und mögliche Netzwerke sowie Hintergründe des schrecklichen Anschlags aufzuklären.
Linke: Hass darf niemals siegen
Der Linken-Chef Luigi Pantisano betonte: „Hass darf niemals siegen. Ich wünsche allen Kraft, weiter für ihr Recht auf Leben und Freiheit und Glück einzustehen. Die Linke wird dabei immer an ihrer Seite sein. Egal, ob der Hass aus religiösem Fanatismus kommt oder die Angriffe und Anfeindungen aus einer anderen Ecke kommen.“
FDP-Chef Kubicki: Hilflosigkeit des Staatswesens
Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki kritisierte die wiederkehrenden Diskussionen ohne Konsequenzen: „Wenn wir als Gemeinwesen nach solchen schrecklichen Taten immer wieder die gleichen Diskussionen führen, ohne die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, dokumentiert das eine kaum erträgliche Hilflosigkeit unseres Staatswesens.“
Die Reaktionen zeigen die tiefe Betroffenheit über den Anschlag, aber auch die unterschiedlichen politischen Schlussfolgerungen. Während die Regierungsparteien auf Aufklärung und Härte setzen, fordern Oppositionspolitiker eine grundlegende Sicherheitsdebatte. Der CSD in Berlin zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher an und gilt als Symbol für Toleranz und Vielfalt.



