Rekord-Hitze in Berlin: Feuerwehr fährt über 2000 Einsätze, Angriffe bleiben Problem
Rekord-Hitze: Feuerwehr Berlin über 2000 Einsätze

Die Hitzewelle in Berlin hat die Feuerwehr in der Nacht auf Sonntag zu einer Rekordzahl von Einsätzen gezwungen. Insgesamt rückte die Feuerwehr 2055 Mal aus, wie ein Sprecher am Sonntag mitteilte. Das sind rund 500 Einsätze mehr als an einem durchschnittlichen Tag üblich. Allein die Zahl der Brände verdoppelte sich von 60 auf 120.

Hitzebedingte Beschwerden und Belastungsgrenze

Bereits in den vergangenen Tagen fielen im Schnitt 200 bis 300 zusätzliche Einsätze pro Tag an, oft wegen hitzetypischer Beschwerden wie Kreislaufproblemen, Dehydrierungen, Schwindel und Sonnenstichen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die auch Feuerwehrleute vertritt, schlägt Alarm. Fabian Bares von der GdP erklärte: „Man müsse darüber sprechen, dass dies erneut zulasten der gesetzlich vorgesehenen Pausen und dringend notwendigen Regenerationszeiten geht.“

„Dauerhaft verweigerte oder ausfallende Pausen sind keine Wertschätzung, sondern ein ernstes Problem für Gesundheit, Sicherheit und Einsatzfähigkeit“, so Bares weiter. „Wir können nicht immer über der Belastungsgrenze arbeiten.“ Es müssten endlich nachhaltige Lösungen für dieses Problem geschaffen werden.

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Angriffe auf Einsatzkräfte bleiben akut

Trotz der Rekordtemperaturen berichtete ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntag nicht von Übergriffen während der Hitzewelle. Dennoch zeigen aktuelle Zahlen einer AfD-Anfrage, dass Angriffe auf Rettungskräfte ein anhaltendes Problem sind. Im vergangenen Jahr wurden 142 Fälle von Gewalt gegen Einsatzkräfte erfasst, knapp zwanzig mehr als im Jahr davor. 36 Feuerwehrleute wurden verletzt (2024: 36). Im laufenden Jahr 2026 wurden bis Mai bereits 70 Fälle registriert.

GdP-Vorstandsmitglied Florian Bares bezeichnete die Entwicklung als „unerträgliche gesellschaftliche Fehlentwicklung“. Er betonte: „Unsere Kolleginnen und Kollegen laufen mittlerweile im ganzen Stadtgebiet Gefahr, bei Einsätzen beleidigt, bespuckt, geschlagen und getreten zu werden.“ Er forderte eine schnellere und deutlichere Aburteilung durch die Justiz und mahnte, Angriffe mit seelischen Folgen nicht kleinzureden.

Hohe Einstellungsquote und Dunkelziffer

Von den seit 2021 eingeleiteten 816 Verfahren wurden 30 Prozent (243) wieder eingestellt, teils unter Auflagen. Bares wies zudem auf eine hohe Dunkelziffer hin: „Uns ist bewusst, dass notwendige Rettungs- und Hilfsmaßnahmen Auswirkungen haben und auch mal etwas länger dauern, aber wir sind nicht der Feind. Wir sind Menschen, die sich tagtäglich für andere einsetzen – das sollte Botschaft genug sein.“

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