Mehr als 20 Tote in drei Tagen: DLRG schlägt Alarm
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verzeichnet einen dramatischen Anstieg tödlicher Badeunfälle. Allein innerhalb von drei Tagen registrierte die Organisation mehr als 20 Todesfälle in deutschen Gewässern. Zum Vergleich: Im gesamten Juni des Vorjahres starben 69 Menschen beim Baden – damals der tödlichste Monat der Saison. Angesichts der aktuellen Hitzewelle befürchten Experten nun noch höhere Opferzahlen.
„Es ist völlig erschreckend, wie viele Unfälle sich jetzt gerade ereignen“, sagt DLRG-Sprecher Martin Holzhause. Die hohen Temperaturen locken viele Menschen an Seen, Flüsse und Kanäle, doch die Gefahren werden oft unterschätzt.
Tragische Einzelfälle: Kind stirbt am Herner Meer
Ein besonders tragischer Fall ereignete sich am Samstag am Herner Meer in Nordrhein-Westfalen. Ein sechsjähriger Junge verschwand während eines Familienausflugs am Ufer des Rhein-Herne-Kanals. Trotz eines Großeinsatzes von Polizei, Feuerwehr, Tauchern und einem Hubschrauber konnte das Kind nur noch leblos geborgen werden. Nur wenige Stunden zuvor war ein 22-Jähriger in Bremen ertrunken, und am Abend wurde ein 40-jähriger Familienvater am Raunheimer Waldsee in Hessen tot aus dem Wasser gezogen.
Männer besonders gefährdet: 82 Prozent der Opfer männlich
Die Statistik der DLRG zeigt ein klares Muster: Im Jahr 2025 waren 82 Prozent der Ertrunkenen männlich. „Männer allgemein sind risikofreudiger. Sie können Gefahren verkennen oder teilweise auch ignorieren“, erklärt Holzhause. Besonders junge Männer überschätzen ihre Fähigkeiten, während ältere Männer häufiger unter Herz-Kreislauf-Problemen leiden, die im Wasser lebensbedrohlich werden können.
Alkohol spielt ebenfalls eine große Rolle. Die DLRG rät dringend, nur nüchtern und fit ins Wasser zu gehen. Zudem sollten Badegäste bewachte Badestellen bevorzugen, wo Rettungsschwimmer im Notfall sofort eingreifen können. Unbewachte Gewässer wie Seen, Flüsse und Kanäle sind besonders gefährlich, da dort die meisten tödlichen Unfälle passieren – oft durch Selbstüberschätzung, riskante Sprünge oder unterschätzte Strömungen.
Kälteschock vermeiden: Nie überhitzt ins Wasser springen
Ein weiteres Risiko ist der Kälteschock. Die DLRG warnt davor, überhitzt ins Wasser zu springen. Der plötzliche Temperaturunterschied kann Herzrhythmusstörungen, Panik oder sogar Bewusstlosigkeit auslösen. Ein Beispiel aus Berlin: Ein Mann starb am Samstag, nachdem er nach einem Restaurantbesuch am Tempelhofer Hafen ins Wasser ging. Zeugen sahen ihn noch schwimmen, kurz darauf trieb er leblos im Wasser.
Die DLRG appelliert an alle Badegäste, Badeverbote zu respektieren und die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Nur so lasse sich die Zahl der Badetoten in diesem Sommer begrenzen.



