Schulze schließt Bitten um Stimmen von AfD und Linken aus
Schulze schließt Bitten um Stimmen von AfD und Linken aus

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat klargestellt, dass er nach der Landtagswahl am 6. September nicht um Unterstützung von AfD oder Linken bitten werde. „Ich werde nicht zur AfD und nicht zur Linkspartei gehen und um Stimmen bitten“, sagte Schulze in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. „Ich werde mich nicht abhängig machen von der AfD und auch nicht von der Linkspartei.“

Umfragen sehen AfD vorn – Koalition droht Mehrheitsverlust

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. Jüngste Umfragen deuten darauf hin, dass die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP ihre Mehrheit verlieren könnte. Die AfD liegt demnach deutlich vorn und strebt eine Alleinregierung an. Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung in Betracht kommen, die punktuell auf Stimmen der Linken angewiesen wäre.

Auf die Frage, ob er im Parlament eine Wahl durch die Linke tolerieren würde, antwortete Schulze ausweichend: „Ich habe nicht vor, jetzt mich mit solchen Themen zu beschäftigen.“ Zunächst müsse man die Wahl abwarten. Wenn sich aus der Mitte des Parlaments keine Mehrheit ergebe, „dann wird es wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum erst mal keine Wahl des Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt geben“. Eine weitere Möglichkeit: Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) könnte in den Landtag einziehen und der AfD zur nötigen Mehrheit verhelfen.

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Frühere CDU-Chefs warnen vor Tolerierung durch Linke

Zwei frühere CDU-Landesvorsitzende, Karl-Heinz Daehre und Gerd Gies, hatten Schulze zuvor eindringlich vor einer Tolerierung durch die Linke gewarnt. In einem offenen Brief schrieben sie, die CDU werde in einem solchen Fall „in der Bedeutungslosigkeit versinken“. Gies war der erste Ministerpräsident Sachsen-Anhalts nach der Wiedervereinigung, Daehre viele Jahre Verkehrsminister. Sie verwiesen auf das „Magdeburger Modell“, eine SPD-geführte Minderheitsregierung von 1994 bis 2002, die sich von der „alten SED“ tolerieren ließ. Diese Zeit sei verheerend gewesen.

Daehre betonte, eine CDU-geführte Minderheitsregierung, die punktuell mit den Linken zusammenarbeiten müsste, würde die Partei zerreißen. „Wir sind doch 1989 nicht auf die Straße gegangen, damit die Linken jetzt wieder an die Macht kommen.“

Vergleich mit Sachsen: Minderheitsregierung als Modell?

In Sachsen stellt die CDU seit 2024 gemeinsam mit der SPD eine Minderheitsregierung. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) muss vor Abstimmungen jeweils eine Mehrheit organisieren. Erst im Juni 2026 wurde ein neues Polizeigesetz mit Stimmen des BSW beschlossen, während AfD, Grüne und Linke dagegen stimmten. Ob ein ähnliches Modell in Sachsen-Anhalt funktionieren könnte, bleibt offen. Schulze zeigte sich zurückhaltend und betonte, zunächst den Wahlausgang abzuwarten.

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