Der Internetkonzern Meta hat nach mehreren Skandalen um heimliche Filmaufnahmen mit seinen sogenannten Smart Glasses zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen angekündigt. Die Kamera-Brillen, die in Zusammenarbeit mit Ray Ban entwickelt wurden, ermöglichen das Aufzeichnen von Videos und Fotos. In den vergangenen Monaten hatten Recherchen des SPIEGEL und anderer Medien gezeigt, wie diese Funktion zur Belästigung genutzt werden kann. Künftig sollen die Brillen die Kamerafunktion deaktivieren, wenn eine Manipulation erkannt wird.
Update erkennt manipuliertes Warnlicht
Meta plant ein Software-Update, das die Brillen in die Lage versetzt, zu erkennen, wenn das Warnlicht der Kamera abgeklebt oder zerstört wird. Im Internet waren zahlreiche Anleitungen aufgetaucht, die zeigen, wie sich die Brillen entsprechend manipulieren lassen. Seit der Veröffentlichung der Smart Glasses sind online zahlreiche Videos und Fotos aufgetaucht, die offensichtlich ohne Wissen der gezeigten Personen erstellt wurden. Oft zeigen sie junge Frauen aus der Perspektive des Betrachters, teils in Alltagsszenen, teils in belästigenden oder sexualisierten Situationen, etwa im Bikini.
Millionen Brillen weltweit im Umlauf
Meta hatte seine Smart Glasses in Kooperation mit Ray Ban vorgestellt und später weitere, günstigere Modelle auf den Markt gebracht. Weltweit wurden laut Hersteller bereits mehr als sieben Millionen Smart Glasses verkauft. Mit den Brillen versucht der Internetkonzern, zu dem unter anderem Instagram, WhatsApp und Facebook gehören, neue Geschäftsfelder zu erschließen.
Ein Verantwortlicher des Meta-Konzerns sagte der US-Seite „The Verge“ nun, dass das Sicherheitsupdate bereits vor einigen Wochen mit einer neuen Version der Brillen angekündigt worden sei. Auf einer Frage-und-Antwort-Seite des Unternehmens ist es allerdings nur versteckt als Unterpunkt in einem langen Text zu finden. Zuvor hatte das Unternehmen erklärt, dass Kundinnen und Kunden grundsätzlich selbst für den Umgang mit den Brillen verantwortlich seien.
Weitere Skandale um Smart Glasses
Die Meta-Brillen machten in den vergangenen Monaten nicht nur wegen der Spanner-Aufnahmen weltweit Schlagzeilen, sondern auch wegen ihrer sogenannten smarten Funktionen. Mit diesen sollen sich im Alltag dank künstlicher Intelligenz etwa Sehenswürdigkeiten erkennen oder Texte übersetzen lassen. Wie schwedische Medien enthüllten, wurden dabei jedoch oft Aufnahmen zu Trainingszwecken mit Dienstleistern in Niedriglohnländern geteilt, etwa in Kenia. Als Reaktion darauf veröffentlichte Meta kein Update für die Brille, sondern sorgte dafür, dass die Angestellten der Subunternehmen entlassen wurden.



