Trump erklärt Absichtserklärung mit Iran für hinfällig – neue US-Angriffe
Trump: Absichtserklärung mit Iran hinfällig – neue Angriffe

US-Präsident Donald Trump hat die Absichtserklärung mit dem Iran für hinfällig erklärt. „Für mich ist die Sache erledigt“, sagte Trump am Mittwoch auf dem Nato-Gipfel in Ankara. Er bezeichnete die iranische Führung als „Lügner“ und „kranke Leute“ und fügte hinzu: „Es ist reine Zeitverschwendung, sich mit ihnen abzugeben.“ Die USA hatten in der Nacht zuvor mehr als 80 Ziele im Iran attackiert, nachdem Teheran drei Tanker in der Straße von Hormus beschossen hatte.

Neue US-Angriffe auf iranische Ziele

Die US-Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben über 80 Ziele im Iran an, darunter Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen und mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden. Ziel war es, die Fähigkeit des Irans zu beeinträchtigen, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu stören. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf iranische Attacken auf drei Handelsschiffe unter den Flaggen der Marshallinseln, Liberias und Saudi-Arabiens. Der Iran meldete seinerseits Angriffe auf US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait, bei denen 85 Ziele getroffen worden sein sollen. In Kuwait und Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst.

Reaktionen aus Deutschland und der Nato

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte Verständnis für die US-Militärschläge. „Der Iran muss jetzt wirklich verstehen, dass ernsthaft zu verhandeln ist und weitere Militärschläge angebracht sind“, sagte er dem Sender NDR Info. Die iranische Führung habe noch immer nicht verstanden, dass sie auf eine nukleare Bewaffnung verzichten müsse. Nato-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete die US-Angriffe als „absolut notwendig“. „Wenn eine Waffenruhe besteht und der Iran diese verletzt, halte ich es für entscheidend, dass die USA entschlossen reagieren“, so Rutte vor Journalisten in Ankara.

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Ölpreis steigt, Aktienmärkte unter Druck

Die Eskalation trieb den Ölpreis in die Höhe und belastete die Aktienmärkte. Anleger fürchten eine Störung der Lieferketten im Nahen Osten. „Offensichtlich mag der Markt diese Angriffe nicht, aber es ist auch keine ausgewachsene Panik“, sagte Jason Wong, Stratege bei der Bank of New Zealand. Die strategischen Ölreserven der USA sind auf den niedrigsten Stand seit 1983 gefallen, was die Anfälligkeit des Marktes erhöht.

Trauerzug für Chamenei im Irak

Während der Eskalation erreichten die Trauerprozessionen für den getöteten iranischen Führer Ajatollah Ali Chamenei den Irak. Tausende Menschen erwiesen ihm in Nadschaf die letzte Ehre, während der Sarg auf einem Lastwagen durch die Straßen fuhr. Die Menge rief „Tod Amerika“ und „Tod Israel“. Der Sarg soll anschließend nach Kerbela und dann zurück in den Iran gebracht werden, wo die Beisetzung am Donnerstag in Maschhad geplant ist.

Inhaftiertes britisches Paar im Hungerstreik

Ein im Iran inhaftiertes britisches Paar befindet sich Berichten zufolge seit Wochen im Hungerstreik. Laut dem Menschenrechtsnetzwerk HRANA haben beide seit Beginn des Streiks rund 15 Kilogramm Gewicht verloren. Ihnen werde der Kontakt zu ihren Familien untersagt. Die Eheleute waren im vergangenen Jahr während einer Motorradreise wegen Spionagevorwürfen festgenommen und zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die Familie ist „zutiefst besorgt“, da dem Paar medizinische Versorgung verweigert werde, berichtete die BBC.

Amnesty fordert internationalen Druck

Amnesty International forderte weltweiten Druck auf die iranische Regierung. „Die internationale Gemeinschaft hat es versäumt, die Verbrechen gegen die iranische Bevölkerung aufklären zu lassen“, sagte Julia Duchrow, Generalsekretärin der Organisation in Deutschland. Sie appellierte an Deutschland, auf Grundlage des Weltrechtsprinzips Ermittlungen aufzunehmen.

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