Schwere Unwetter in Deutschland: Hagel, Blitzeinschläge und mehrere Verletzte
Schwere Unwetter: Hagel, Blitze und Verletzte in Deutschland

Schwere Unwetter haben am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch in mehreren Bundesländern zu erheblichen Schäden geführt. In Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen sorgten Hagel, Starkregen und Blitzeinschläge für Verletzte, Stromausfälle und Überschwemmungen. Die Gefahr ist noch nicht überall gebannt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Hagel und Überflutungen in Reutlingen

In Reutlingen (Baden-Württemberg) hat ein schweres Unwetter mit Hagel am frühen Morgen mehrere Straßen überflutet und einen stundenlangen Einsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Zeitweise fiel in Teilen des Stadtgebiets der Strom aus, wie die Polizei mitteilte. Laut dem zuständigen Netzbetreiber Fairnetz GmbH waren rund 6000 Hausanschlüsse im Bereich der Kernstadt für etwas mehr als eine Stunde ohne Strom. „Ursache war aller Voraussicht nach ein Blitzeinschlag im Zuge des Gewitters“, hieß es. Das Unwetter zog gegen fünf Uhr früh über die Stadt und umliegende Gemeinden. Zahlreiche Abflussschächte verstopften, mehrere Straßenabschnitte wurden teilweise überflutet und zeitweise abgesperrt. Die Einsatzkräfte hatten mehrere Stunden zu tun, um die Schäden zu beseitigen und den Verkehr zu regeln. Meldungen über Verletzte gab es nicht.

Sechs Soldaten in Oberbayern verletzt

Im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen schlug ebenfalls ein Blitz ein, dabei wurden sechs Soldaten der Bundeswehr verletzt. Die Männer im Alter von 18 bis 26 Jahren befanden sich am frühen Morgen während eines Gewitters in einem Biwak am Hohen Brendten, einer Anhöhe am Kranzberg bei Mittenwald, wie die Polizei mitteilte. Fünf von ihnen erlitten leichte Verletzungen, ein weiterer wurde mittelschwer verletzt. Da zunächst unklar war, wie viele Menschen betroffen waren, rückten mehrere Rettungs- und Einsatzfahrzeuge an. Alle Verletzten wurden in eine Klinik gebracht. Bleibende Schäden sind laut Polizei nach ersten Erkenntnissen nicht zu befürchten. Nach dem Verletzungsbild deutet vieles darauf hin, dass ein 18-Jähriger direkt vom Blitz getroffen wurde.

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Regionalzug überfährt Baumstamm in Mittelfranken

Ein Regionalzug hat im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Bayern) einen Baumstamm überfahren, der infolge eines Unwetters auf die Gleise gefallen war. Der Vorfall ereignete sich einem Bundespolizeisprecher zufolge am Dienstagabend bei Kalchreuth auf der Strecke vom Bahnhof Nürnberg Nordost in Richtung Bahnhof Eschenau. Durch den Aufprall wurde der Zug beschädigt und konnte nicht weiterfahren. Für die 25 bis 30 Reisenden, die den Zug verlassen mussten, wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Flughafen Nürnberg: Flugbetrieb zeitweise eingestellt

Am Nürnberger Flughafen wurde der Flugbetrieb zeitweise eingestellt. Einsatzkräfte beseitigten nach Angaben des Flughafens unter anderem umgestürzte Bäume und kümmerten sich um Schäden an Dächern sowie Wasserschäden. Drei Flüge wurden demnach umgeleitet, vier weitere verspäteten sich. Insgesamt gingen bei der Integrierten Leitstelle Nürnberg innerhalb von rund fünf Stunden etwa 3000 Notrufe ein – „eine so noch nie dagewesene Zahl“, wie die Feuerwehr berichtete. Schlussendlich rückten rund 3000 Kräfte zu etwa 1100 Einsätzen aus. Auch Mitarbeiter, die freihatten, wurden alarmiert, etwa um bei der Annahme der Notrufe mitzuhelfen.

Thüringen: Umgestürzte Bäume und Heizöl in der Unstrut

Auch in Thüringen haben Unwetter schwere Schäden verursacht. Umgestürzte Bäume und Überschwemmungen führten am Dienstagabend zu zahlreichen Einsätzen, wie Sprecher der Polizei und verschiedener Landratsämter sagten. Demnach rückten Polizei und Feuerwehr unter anderem in der Region um Gotha und in den Landkreisen Unstrut-Hainich-Kreis und Eichsfeld aus. Durch das Unwetter wurde laut Polizei vermutlich Heizöl in die Unstrut in Mühlhausen gespült. Dort hatten Anwohner Dieselgeruch und verfärbtes Wasser gemeldet. Die Feuerwehr setzte Ölsperren ein, um eine weitere Ausbreitung des Öls zu verhindern. In die Stadtbibliothek in Worbis drang Wasser ein. In Mühlhausen konnte wegen des Unwetters ein Zug den Bahnhof nicht verlassen. Im Ilm-Kreis stand das Wasser nach heftigem Hagel auf einigen Straßen teilweise bis zu 15 Zentimeter hoch.

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Landesgartenschau Eichsfeld betroffen

Im Landkreis Eichsfeld wurden mehrere Einkaufsmärkte geflutet. Auch die dortige Landesgartenschau (LGS) blieb nicht verschont: Wege seien überspült, Pavillons beschädigt und Sonnenschirme umgerissen worden, hieß es von den Behörden. In Büroräume drang Wasser ein. Im Ausstellungsgebäude Blumenblock stand das Kellergeschoss samt Fahrstuhlschacht unter Wasser. Am Morgen wurde der Fahrstuhl wieder in Betrieb genommen und die LGS planmäßig geöffnet.

Unwettergefahr bleibt bestehen

Entspannung ist derweil nicht überall in Sicht: Der Mittwoch soll laut Deutschem Wetterdienst (DWD) vor allem in Bayern erneut unruhig werden. Besonders in Oberbayern und Schwaben sei für den Nachmittag und Abend mit schweren Gewittern zu rechnen, hieß es. Dabei seien örtlich Hagelkörner so groß wie Golfbälle, Orkanböen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde und Starkregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter möglich.