Polizei-Spezialeinheit jagt Kokstaxis und Clans am Berliner Kudamm
Spezialeinheit jagt Kokstaxis und Clans am Kudamm

Eine Spezialtruppe der Berliner Polizei hat am Kurfürstendamm eine groß angelegte Aktion gegen Kokstaxis, Wettraser und Clan-Mitglieder durchgeführt. Die Beamten des Verkehrssicherheitsdienstes 23 fahnden nach Kriminellen, die Autos für Drogen- und Waffentransporte nutzen, sowie nach Rasern, die ihre hochmotorisierten Fahrzeuge als Waffen einsetzen.

Veränderter Prachtboulevard

Der Kurfürstendamm hat sich in den letzten Jahren gewandelt: Männergruppen, Shisha-Lounges und verdunkelte Cafés prägen das Bild. Luxusautos kreuzen im Minutentakt, während Mannschaftswagen der Polizei an Kreuzungen stehen und uniformierte Beamte Kontrollstellen errichten. Zivilfahnder Leon (31) erklärte zu Schichtbeginn: „Junge Frauen werden oft ausgenutzt, um Autos zuzulassen und die tatsächliche Nutzung zu verschleiern. Das macht die Beschlagnahme schwieriger.“ Seine Kollegin tippt nahezu pausenlos Kennzeichen in einen Laptop ein – Halterabfragen, Vorstrafen und Auffälligkeiten werden überprüft.

Erste Erfolge: Audi-Kontrolle

Um 20.32 Uhr raste ein froschgrüner Audi RS Q3 (Neupreis ab 69.000 Euro) an einer Ampel rechts an den Beamten vorbei. Der Wagen war auf eine junge Frau zugelassen. Der Fahrer parkte in der Nürnberger Straße, woraufhin die Fahnder sofort zugriffen. Der Mann wurde in Handschellen gelegt, der Audi durchsucht. „Ein Pfefferspray lag griffbereit in der Fahrertür, in der Beifahrertür zwei Messer, im Kofferraum ein Baseballschläger, dazu Bargeld in vierstelliger Höhe – Herkunft unklar“, so Leon. Die zwei Mobiltelefone des Mannes klingelten pausenlos. Die Beamten stellten die Waffen und das Geld wegen Verdachts auf Geldwäsche sicher.

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Weitere Kontrollen und ein Fund

Die Kontrolle zog neugierige Blicke auf sich: Junge Männer stellten sich in die Nähe, fotografierten und filmten die Szene. Anschließend folgten Kontrollen von Mercedes, Ferrari und Audi, bei denen Drogentests nichts Auffälliges ergaben. Um 23.38 Uhr in der Schlüterstraße entdeckte Leon einen teuren BMW. Bei einer Übergabe an einen Mann, der am Fahrzeug hockte, stoppten die Beamten. In der Hosentasche des Mannes fanden sie 5000 Euro Bargeld. „Der arbeitslose BMW-Fahrer erklärte, er habe Schulden bei dem Mann. Der Mann behauptete, er wolle sich das Geld beim Fahrer leihen“, berichtete der Fahnder. Das Bündel grüner Scheine wurde wegen Geldwäscheverdachts beschlagnahmt.

Spektakulärer Zugriff auf dem Kudamm

Um 0.52 Uhr verfolgten die Beamten einen Audi, der bereits in Zusammenhang mit Clankriminalität aufgefallen war. Der Fahrer fuhr im Kreis und wurde schneller. Leon funkte: „Er schüttelt schon das dritte Mal.“ Drei Minuten später erfolgte der Zugriff mitten auf dem Kurfürstendamm. Ein Stoppstick landete hinter dem Audi, Leon und seine Kollegen keilten den Wagen ein, die Waffen gezogen. Der Fahrer wurde zu Boden gebracht. Auf dem Gehsteig protestierte sofort eine Männergruppe: „Hebt ihn hoch!“, brüllte ein bärtiger Mann. Um zu deeskalieren, setzten die Beamten Fahrer und Beifahrer in Polizeifahrzeuge und brachten sie in eine ruhige Nebenstraße. Die Männer sind polizeibekannt, auch wegen schwerer Straftaten. Der Beifahrer kommentierte: „Das war schon übertrieben. Ich mache mir keine Sorgen. Ich kenne doch alle eure Autos, warum soll ich da abhauen?“ Der Fahrer ergänzte: „Ich hätte noch abhauen können, da war noch eine Lücke.“ Die beiden durften schließlich weiterfahren, da der Wagen ihnen nicht gehörte und keine Waffen oder Drogen gefunden wurden.

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