Moskauer Flughäfen wegen Drohnenalarm vorübergehend geschlossen
Moskauer Flughäfen wegen Drohnenalarm geschlossen

Die vier Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau sind am Dienstagmorgen wegen des Anflugs von Drohnen vorübergehend geschlossen worden. Betroffen waren die internationalen Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo sowie der kleinere Flughafen Schukowski. Nach Angaben der russischen Luftfahrtbehörde Rosawiazija wurden alle Starts und Landungen gestoppt, um die Sicherheit des Luftverkehrs zu gewährleisten. Die Sperrung dauerte mehrere Stunden, bevor der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen wurde. Offizielle Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten gab es zunächst nicht.

Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Infrastruktur

Der Vorfall ist Teil einer Serie zunehmender ukrainischer Drohnenangriffe auf russisches Territorium. Seit Wochen gelingt es der Ukraine, mit selbst entwickelten Drohnen Ziele tief im russischen Hinterland zu treffen. Besonders betroffen ist die Energieinfrastruktur: Raffinerien, Öldepots und Kraftwerke wurden immer wieder angegriffen. Die russische Luftverteidigung ist zwar stark, kann aber nicht alle Angriffe abwehren. Nach ukrainischen Angaben wurden allein im Juni 2026 über 20 Ziele in Russland getroffen.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine dauert inzwischen fast 1600 Tage – länger als der Erste Weltkrieg oder der deutsche Angriff auf die Sowjetunion. Aus ukrainischer Perspektive begann der Konflikt bereits im Februar 2014 mit der Annexion der Krim und dem Krieg im Donbass. „Wir wehren uns seit über zwölf Jahren gegen die Aggression Moskaus“, erklärte ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums. „Und wir werden nicht aufhören, bis die Souveränität unseres Landes vollständig wiederhergestellt ist.“

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Schwere Schäden auf der Krim

Besonders heftig trafen ukrainische Angriffe zuletzt die von Russland annektierte Halbinsel Krim. Dort wurden mehrere militärische Einrichtungen und Logistikzentren zerstört. Die russische Seite bestätigte Schäden, sprach aber von „begrenzten Auswirkungen“. Unabhängige Beobachter berichten dagegen von erheblichen Zerstörungen, die die Versorgung der russischen Truppen in der Südukraine erschweren. „Die Krim ist nicht mehr der sichere Hafen, den sich Moskau erhofft hatte“, sagte ein Militärexperte der Universität Helsinki.

Auswirkungen auf den Luftverkehr

Die vorübergehende Schließung der Moskauer Flughäfen führte zu Verspätungen und Umleitungen. Mehrere Flüge wurden nach Sankt Petersburg und andere Städte umgeleitet. Passagiere mussten stundenlang warten. Die russischen Behörden versicherten, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen würden, um die Sicherheit zu gewährleisten. „Die Sicherheit der Bürger hat oberste Priorität“, erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Der Vorfall zeigt jedoch, wie verletzlich selbst die Hauptstadtregion gegenüber Drohnenangriffen ist.

Der Ukraine-Krieg hat längst die Grenzen des Landes überschritten. Die ukrainischen Streitkräfte setzen zunehmend auf asymmetrische Kriegsführung, um den Druck auf Russland zu erhöhen. Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur sollen die russische Wirtschaft schwächen und die Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung steigern. Bislang hat Moskau jedoch mit massiven Vergeltungsschlägen reagiert, darunter Bombardements auf Charkiw, bei denen mehrere Zivilisten verletzt wurden, darunter auch Kinder.

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