Der Streit um den Standort der Tannenhof-Schule in Berlin ist beigelegt: Die Schule für suchtkranke Erwachsene wird für voraussichtlich zwei Jahre in einer Kreuzberger Grundschule unterkommen. Das gab die Berliner Bildungsverwaltung am Montag bekannt. Die Entscheidung folgt wochenlangen Diskussionen und Protesten von Eltern und Anwohnern.
Neue Übergangslösung in Kreuzberg
Die Tannenhof-Schule, die bisher in einem hinteren Gebäude der Georg-Schlesinger-Schule in Reinickendorf untergebracht war, zieht nun in die Räume der Grundschule am Kreuzberg. Die Übergangslösung soll zwei Jahre gelten, bis ein dauerhafter Standort gefunden ist. „Wir sind froh, dass wir eine schnelle Lösung gefunden haben“, sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). Die Schule bietet derzeit etwa 60 suchtkranken Erwachsenen die Möglichkeit, ihren Hauptschulabschluss nachzuholen.
Eltern in Sorge
Die Nachricht sorgt bei Eltern der Grundschulkinder für Unruhe. „Wir wurden nicht ausreichend informiert und haben große Bedenken, was die Sicherheit unserer Kinder angeht“, sagte eine Mutter, die anonym bleiben möchte, der Berliner Zeitung. Die Schulleitung der Grundschule versprach hingegen, dass es keine Berührungspunkte zwischen den Schülern geben werde. „Die Räume der Tannenhof-Schule sind räumlich vollständig getrennt“, erklärte Schulleiter Thomas Müller. Die suchtkranken Erwachsenen nutzen einen separaten Eingang und eigene Sanitäranlagen.
Hintergrund des Streits
Der Streit um die Schule hatte sich in den vergangenen Monaten zugespitzt, nachdem die Georg-Schlesinger-Schule den Mietvertrag gekündigt hatte. Die Schule benötigte die Räume für den eigenen Ausbau. Daraufhin suchte der Bezirk Spandau, der für die Tannenhof-Schule zuständig ist, händeringend nach einem neuen Standort. Mehrere Vorschläge, darunter ein Gewerbegebiet in Spandau, waren an Protesten gescheitert. „Die Unterbringung in Kreuzberg ist eine pragmatische Zwischenlösung“, so Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU).
Auswirkungen auf den Schulbetrieb
Die Tannenhof-Schule wird voraussichtlich zum neuen Schuljahr im August 2026 den Betrieb in Kreuzberg aufnehmen. Die Schüler der Grundschule werden während der Bauzeit in andere Räume ausweichen. „Wir werden den Unterrichtsbetrieb für alle Beteiligten so reibungslos wie möglich gestalten“, versprach Bildungssenatorin Günther-Wünsch. Die Tannenhof-Schule selbst zeigt sich erleichtert: „Wir haben endlich Planungssicherheit für die nächsten zwei Jahre“, sagte Schulleiterin Petra Schmidt.



