Warum Merz nicht beim FIFA-Boss anrief – Hauptstadt Inside
Merz und Infantino: Ein verpasster Anruf?

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist zum NATO-Gipfel nach Ankara, während die Diskussion um einen verpassten Anruf bei FIFA-Präsident Gianni Infantino die Gemüter erhitzt. In seinem Meinungsnewsletter „Hauptstadt Inside“ wirft FUNKE-Chefredakteur Jörg Quoos die Frage auf, warum Merz nicht persönlich beim Fußball-Weltverband intervenierte, nachdem die deutsche Nationalmannschaft eine umstrittene Rotsperre gegen einen US-Spieler hinnehmen musste. Der Fall zeigt: US-Präsident Donald Trump rief Infantino an – mit Erfolg.

Trump interveniert – Merz schweigt

„Hätte Friedrich Merz nach der Schlappe gegen die brutalen Rumpelfüßler von Paraguay bei FIFA-Boss Infantino anrufen sollen, um die umstrittene Entscheidung des marokkanischen Schiedsrichters Jalal Jayed gegen das DFB-Team einfach wieder einzusammeln?“, fragt Quoos. Seine Antwort: „Das wäre eine gute Idee gewesen, denn Infantino spurt, wenn wichtige Politiker bei ihm anrufen.“ Tatsächlich bestätigte das Weiße Haus, dass Trump den FIFA-Präsidenten kontaktierte. Die Folge: Die Rotsperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun wurde zurückgenommen. Trump erklärte vor Medien: „Ich habe lediglich um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht glaube, dass es ein Foul war.“ Quoos‘ Kollege Andreas Berten von der WAZ kommentierte: „Wie ein derart rückgratloser Funktionär noch im Amt bleiben kann, ist unbegreiflich.“

NATO-Gipfel in Ankara: Trump als Elefant im Raum

Der NATO-Gipfel beginnt morgen in Ankara. Quoos betont die Bedeutung des Bündnisses: „Die NATO ist etwas, worauf die freie Welt stolz sein kann.“ Er lobt Merz als überzeugten Atlantiker, der als ehemaliger Fahnenjunker eine persönliche Verbindung zu den Streitkräften habe. Allerdings droht Donald Trump erneut als Störenfried: Der US-Präsident hatte die NATO im Wahlkampf 2024 als „Papiertiger“ bezeichnet und Mitgliedern mit Beistandsentzug gedroht, falls sie nicht mehr zahlten. Ex-NATO-Chef Jens Stoltenbergs Memoiren, analysiert von Kollege Christian Kerl, bieten Hintergründe zum Gipfel.

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203 Milliarden Euro Schulden: Klingbeils Haushaltsentwurf

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat den Haushaltsentwurf 2027 vorgelegt – mit einer Neuverschuldung von 203 Milliarden Euro. Quoos kommentiert: „Weder Sparen noch ‚weniger Staat‘ haben genug gebracht.“ Die Chancen stehen besser, dass der Haushalt vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand hat, anders als das Ampel-Urteil von 2023. Dennoch gibt es Sparmaßnahmen: Kürzungen beim Elterngeld und Wohngeld treffen junge Familien und Geringverdiener. Gutverdiener müssen mit weniger Förderung für Wärmepumpen rechnen. Zudem plant Klingbeil höhere Alkohol- und Tabaksteuern. Eine Analyse der Maßnahmen liefern die Kollegen Dominik Bath, Jan Dörner und Theresa Martus.

Ukraine: Gefährlichste Buslinie der Welt

Im vierten Kriegsjahr bleibt die Ukraine auf Unterstützung angewiesen. Reporter Jan Jessen und Fotograf André Hirtz waren im umkämpften Cherson unterwegs – mit der gefährlichsten Buslinie der Welt. Der Fahrer trägt eine schusssichere Weste, Madonnenbilder sollen den Passagieren Glück bringen. Quoos kritisiert die Stimmungsmache von AfD und Linken gegen Ukraine-Hilfe: AfD-Chefin Alice Weidel hatte behauptet, der Krieg sei für die Ukraine verloren. Dabei setzt Russland seine Bombenwelle gegen die Zivilbevölkerung fort – auch in der vergangenen Nacht gab es Tote.

Fazit: Ein Kanzler mit Rückgrat gefragt

Quoos wünscht den Lesern eine erfolgreiche Woche und Infantino „in die Fußball-Hölle“. Der Newsletter „Hauptstadt Inside“ erscheint dreimal wöchentlich und bietet exklusive Einblicke hinter die Kulissen der Berliner Politik.

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