Ein heftiges Unwetter hat Berlin am späten Sonntagvormittag getroffen und weitreichende Schäden verursacht. Eine Regen- und Gewitterfront zog über die Hauptstadt, begleitet von starken Windböen. Innerhalb einer Stunde war das Unwetter vorüber, aber die Folgen waren verheerend.
Sommerfest am Hansaplatz zerstört
Vor der Hansabibliothek in Berlin-Tiergarten wurde gerade das Sommerfest und die Fête de la Musique aufgebaut, als das Unwetter die Standbetreiber überraschte. Mehrere Stände stürzten ein. Eine Person erlitt einen Stromschlag und musste medizinisch behandelt werden. Das Regenradar zeigte um 11.45 Uhr die dichte Gewitterfront über der Stadt. Bilder dokumentieren die Zerstörung vor der Bibliothek.
S-Bahn unterbrochen
Die S-Bahn meldete auf mehreren Linien witterungsbedingte Beeinträchtigungen. Gegen 12.15 Uhr mussten Züge der Ringbahn zwischen Gesundbrunnen und Wedding unterbrochen werden. Auch die Linie S15 zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof war betroffen. Die Linien S3, S5 und S7 zwischen Friedrichstraße und Tiergarten fielen ebenfalls aus. In der Klingelhöferstraße in Tiergarten stand das Wasser so hoch, dass Fußgänger ihre Schuhe auszogen, um auf die andere Straßenseite zu waten.
Tennis-Turnier evakuiert
Das Unwetter hat auch den Zeitplan beim finalen Tag der Berlin Tennis Open durcheinandergebracht. Die Wassermassen überschwemmten das Gelände teilweise, sodass die Besucher in Sicherheit gebracht werden mussten. Pressesprecher Claus Frömming erklärte: „Nach einem mit den Behörden abgestimmten Notfallplan wurden die Zuschauer in dem nahegelegenen Auerbachtunnel sowie im S-Bahnhof Grunewald untergebracht.“ Auch die Journalisten wurden aufgefordert, das Medienzentrum nicht zu verlassen. Wann die Veranstaltung fortgesetzt werden kann, ist unklar. Zunächst muss das Gelände von den Wassermassen befreit werden, dann wird untersucht, ob keine Gefahren mehr für Besucher bestehen. Neben möglichen Stromschlägen könnten auch Stolperfallen ein Risiko darstellen. Auch der Veteranentag rund ums Reichstagsgebäude wurde von dem Unwetter überrascht.
Wetterdienst warnte vor Unwetter
Der Deutsche Wetterdienst hatte im Vorfeld gewarnt: Wer draußen unterwegs ist, muss sich auf unwetterartige Gewitter einstellen. Am Tag des kalendarischen Sommeranfangs (21. Juni) könne es Sturmböen, Hagel und heftigen Starkregen geben. Zwischen 20 und 40 Liter Regen pro Quadratmeter seien binnen kurzer Zeit möglich. Das Gelände der Festveranstaltung zum Veteranentag vor dem Reichstagsgebäude war während des heftigen Regens fast menschenleer.



