Kai Wegner unter Druck: Chronologie des Krisenmanagements nach Stromausfall
Wegners Krisenmanagement: Chronologie der Fehler

Der Anschlag auf die Berliner Stromversorgung am 3. Januar hat einen tagelangen Krisenfall in der Hauptstadt ausgelöst. Für den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner dauert die Krise weiter an – es geht um seine politische Existenz. Die Kritik an seinem Krisenmanagement wird immer lauter, von Unwahrheiten und Lügen ist die Rede. Hier eine Chronologie seiner Äußerungen.

4. Januar: Erste Stellungnahme nach dem Stromausfall

Beim Besuch einer Notunterkunft sagt Wegner: „Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren, weil ich denke, das hilft den Menschen noch mehr.“ Er sei am ersten Tag des Stromausfalls zu Hause gewesen und habe sich in sein Büro „eingeschlossen“, so der CDU-Politiker.

6. Januar: Rückendeckung aus dem Umfeld

Aus dem Umfeld Wegners wird Kritik zurückgewiesen. Wegner habe am 3. Januar den ganzen Tag über telefoniert. Das wäre vor Ort im Krisengebiet ohne Internet- und Handyempfang gar nicht möglich gewesen. Ebenso werden Behauptungen zurückgewiesen, Wegner habe sich gar nicht in Berlin aufgehalten.

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7. Januar: Tennis-Eingeständnis und Selbstkritik

Im Interview bei Welt TV räumt Wegner nach einer RBB-Recherche ein, am Tag des Stromausfalls Tennis gespielt zu haben. „Ich habe von 13.00 bis 14.00 Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte“, sagt er. Zuvor habe er sich jedoch intensiv mit dem Stromausfall beschäftigt: „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz.“

In der RBB-„Abendschau“ äußert er sich selbstkritisch: „Rückblickend hätte ich das am Sonntag sagen sollen, was ich am Samstag gemacht habe.“

15. Januar: Wegner im Abgeordnetenhaus

Der Stromausfall ist Thema im Abgeordnetenhaus – und Wegner gibt sich erneut selbstkritisch: „Rückblickend hätte ich bereits am Sonntag sagen müssen, dass ich eine Stunde Sport gemacht habe“, sagt er in einer Regierungserklärung.

23. März: Entschuldigung bei „Bild“

Wegner äußert sich im Gespräch mit „Bild“: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht und möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen. Es tut mir aufrichtig leid.“ Er habe aber nicht bewusst getäuscht, seinen Job gemacht und am Vormittag des 3. Januar vor allem mit Textnachrichten kommuniziert. Von Telefonaten gleich am Morgen ist anders als in den Äußerungen am 7. Januar jetzt nicht mehr die Rede.

7. Juli: Neue Enthüllungen durch den „Tagesspiegel“

Eine „Tagesspiegel“-Recherche erhöht den Druck auf Wegner und bringt endgültige Klarheit. Es sei „vor 12:45 Uhr kein Telefonat geführt“ worden, erklärt die Senatskanzlei. „Vielmehr fand der Austausch per Textnachrichten statt.“ Beim Berliner Hoffest äußert sich Wegner am Abend im RBB-Interview: „Das hatten wir ja schon im März bestätigt, dass ich zwei Telefonate am Vormittag geführt habe, den Rest über Textnachrichten.“ Mit „am Vormittag“ habe Wegner allerdings nicht die Zeit bis um 12 Uhr gemeint, sondern den Zeitraum vor seinem Tennisspiel um 13 Uhr, stellte ein Senatssprecher klar.

8. Juli: Reaktion auf X

Wegner äußert sich auf X zu den neuen Vorwürfen. Er bedauere den Eindruck, der durch seine Äußerungen Anfang Januar entstanden sei, und verweist auf seine Äußerungen in der „Bild“ im März.

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