Zwei Frauen, zwei Perspektiven auf die Affäre
Luisa und Victoria haben eines gemeinsam: Sie schlafen beide mit einem vergebenen Mann. Doch ihre Gefühle könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Luisa unter der Situation leidet und sich nach einer festen Beziehung sehnt, genießt Victoria die Unverbindlichkeit und die Freiheit, die die Affäre ihr bietet. Die Funke Mediengruppe hat die beiden Frauen zu ihren Erfahrungen befragt.
Luisa: „Ich fühle mich wie die zweite Wahl“
Luisa, 32, ist seit zwei Jahren in einer Affäre mit einem verheirateten Mann. „Anfangs war es aufregend, aber mit der Zeit wurde es schmerzhaft“, sagt sie. „Ich habe mich in ihn verliebt, aber er wird seine Frau nie verlassen.“ Laut einer Studie der Universität Hamburg führen nur etwa 10 Prozent der Affären zur Trennung des vergebenen Partners. Luisa fühlt sich oft einsam und eifersüchtig. „Wenn er am Wochenende mit seiner Frau unterwegs ist, sitze ich zu Hause und warte auf eine Nachricht.“
Victoria: „Es ist genau das, was ich brauche“
Victoria, 28, sieht ihre Affäre mit einem vergebenen Mann dagegen als ideale Lösung. „Ich bin beruflich sehr eingespannt und will keine feste Beziehung. Er ist da, wenn ich Zeit habe, und fordert nichts von mir“, erklärt sie. „Wir treffen uns einmal pro Woche, der Sex ist gut, und danach geht jeder seiner Wege.“ Sie betont, dass sie keine Gefühle für ihn entwickelt hat. „Ich weiß, dass er vergeben ist, und das ist mir egal. Es ist eine Win-win-Situation.“
Psychologin: „Affären sind selten dauerhaft glücklich“
Die Psychologin Dr. Sarah Meier von der Charité Berlin erklärt: „Affären können kurzfristig befriedigend sein, aber langfristig leiden oft alle Beteiligten. Die heimliche Beziehung basiert auf Lügen und kann zu Schuldgefühlen, Eifersucht und emotionalem Stress führen.“ Sie rät, sich klar zu machen, was man wirklich will. „Wer eine Affäre eingeht, sollte sich bewusst sein, dass die Wahrscheinlichkeit einer festen Beziehung gering ist.“
Statistik: Untreue wird häufiger
Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus dem Jahr 2025 haben 35 Prozent der Deutschen schon einmal fremdgegangen – ein Anstieg um 5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2020. Männer sind mit 40 Prozent etwas häufiger untreu als Frauen mit 30 Prozent. Die Gründe sind vielfältig: mangelnde Zufriedenheit in der Beziehung, Abenteuerlust oder schlicht Gelegenheit.
Fazit: Jede Affäre ist anders
Luisa und Victoria zeigen, wie unterschiedlich Affären erlebt werden können. Während die eine unter der Situation leidet, profitiert die andere davon. Entscheidend ist, sich selbst treu zu bleiben und die eigenen Bedürfnisse zu kennen. Wer eine Affäre eingeht, sollte sich der Risiken bewusst sein – für sich selbst und für andere.



