In der Nacht zum Samstag ist in Nürnberg eine hölzerne Westernstadt in Flammen aufgegangen. Meterhohe Flammen und dichter Rauch zogen über den Süden der Stadt, nahe dem Max-Morlock-Stadion und dem Messegelände. Rund 380 Feuerwehrkräfte, unterstützt von Rettungsdienst und Polizei, waren stundenlang im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Zwei Einsatzkräfte wurden leicht verletzt. Die Ursache des Brandes ist noch unklar.
Feuerwehr spricht von beeindruckender Feuerwand
„Eine sehr beeindruckende Feuerwand“, beschrieb Einsatzleiter Peter Saul die Szenerie. Die Flammen erfassten die Westernstadt aus Holz, die auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern liegt. Auch Bäume brannten. Der Brandort befindet sich nur wenige hundert Meter vom Stadion entfernt, das Messegelände ist nur durch eine breite Straße getrennt. „Die Messe ist nicht in Gefahr“, versicherte Polizeisprecher Michael Petzold in der Nacht.
Campingplatz geräumt und Konzert abgebrochen
Wegen Funkenflugs und Flammenhitze wurde ein nahegelegener Campingplatz aus Sicherheitsgründen geräumt. Das Bayerische Rote Kreuz betreute etwa 20 Menschen, die am Morgen zurückkehren konnten. Auch ein Open-Air-Konzert im Stadionpark endete abrupt: Der Veranstalter ließ das Areal räumen, während der Zugabe. „Es rauchte einfach zu stark, man wollte auf Nummer sicher gehen“, so die Polizei.
Hintergrund: Hohe Waldbrandgefahr in Bayern
Seit Tagen herrscht in Bayern hohe Waldbrandgefahr, der Deutsche Wetterdienst warnt vielerorts. Die Trockenheit begünstigt Brände. Im vergangenen Jahr hatte bei Erlangen, rund 20 Kilometer nördlich von Nürnberg, ein Waldgebiet gebrannt; der Brand war erst nach fast einem Monat vollständig gelöscht. Rund 40.000 Quadratmeter waren betroffen, neun Feuerwehrleute wurden verletzt.
Ermittlungen zur Brandursache laufen
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Ein Brandsachverständiger machte sich am Samstag ein Bild von der Lage. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. „Es ist alles möglich“, sagte Polizeisprecher Petzold. Die Polizei sucht Zeugen, die möglicherweise Beobachtungen gemacht haben. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnte stundenlang vor starkem Rauch und Brandgeruch im Nürnberger Süden und riet, Fenster und Türen geschlossen zu halten.



