In Teilen Deutschlands wird das Wetter am heutigen Donnerstag ungemütlich. Besonders im Südwesten des Landes sind kräftige Gewitter mit Sturmböen, Hagel und Starkregen zu erwarten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schließt dort sogar Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 129 Kilometern pro Stunde und kurzlebige Tornados nicht aus.
Gewitter mit markanter Eigendynamik
Der DWD-Meteorologe Thorsten Kaluza erklärte: „Die heutige Wetterlage hat es in sich. Ab dem Mittag entwickeln sich von Westen her teils kräftige Gewitter, die aufgrund der Windverhältnisse eine markante Eigendynamik entwickeln können.“ Anders als bei einem normalen Sommergewitter seien diese Gewitter dynamischer, organisierter und langlebiger. Daher sei es dringend geboten, die Warnlage im Blick zu behalten – etwa auf der Website des DWD sowie in den Warn-Apps. Dieser Rat gelte nicht nur, aber besonders bei Aktivitäten im Freien. „Beachten Sie auch die angegebenen Handlungsempfehlungen, um im Zweifelsfall ein besseres Gefühl für das Gefahrenpotenzial zu bekommen“, so Kaluza weiter.
Betroffene Regionen im Detail
Besonders betroffen ist der Südwesten Deutschlands. Im Tagesverlauf soll es in diesem Bereich teils kräftige Gewitter geben. Möglich seien kleinkörniger Hagel, Sturmböen mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde und lokaler Starkregen mit 20 Litern Wasser pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Im Südosten kann es am Abend ebenfalls kräftig gewittern. Für die Nordwesthälfte Deutschlands prognostiziert der DWD zumindest deutlich auffrischende Südwest- und Westwinde – gebietsweise seien stürmische Böen möglich.
Ursache: Sturmtief bei Schottland
Deutschland gelangt in den Einflussbereich eines Sturmtiefs bei Schottland, hieß es zur Erklärung. Dieses Tief sorgt für die ungewöhnlich dynamische Wetterlage. In der Nacht zum Freitag soll die Gewitteraktivität nachlassen. Dafür kommt voraussichtlich Regen: An den Alpen und vom Erzgebirge bis zum Zittauer Gebirge sind Stark- oder Dauerregen mit bis zu 30 Litern pro Quadratmeter in zwölf Stunden nicht ausgeschlossen. An der Nordsee kann es steife Böen geben, in Gipfellagen erneut stürmische Böen bis zu 85 Kilometer pro Stunde.
Der DWD rät, die aktuellen Warnungen stets zu verfolgen und bei Unwettergefahr Schutz zu suchen. Besonders Autofahrer sollten ihre Fahrweise anpassen und bei Hagel oder Starkregen möglichst eine sichere Unterkunft aufsuchen. Auch im Freien ist Vorsicht geboten: Meiden Sie Bäume, Gerüste und andere potenzielle Gefahrenquellen. Bleiben Sie informiert und handeln Sie umsichtig.



