Die Stadt Halle an der Saale hat den Betreiber des Heidebads aufgefordert, die umstrittene Einlassregel zurückzunehmen, wonach Gäste ohne ausreichende Deutschkenntnisse abgewiesen werden können. Dies teilte Stadtsprecher Drago Bock mit. Es habe bereits ein Telefonat und ein entsprechendes Schreiben gegeben, um eine einvernehmliche Lösung zu erzielen.
Stadt beruft sich auf Betreibervertrag
Die Stadt argumentiert, dass der Betreibervertrag mit der Heidebad GmbH vorsieht, dass der Zugang zum Bad für die Allgemeinheit gewährleistet sein muss. „Die Ausgestaltung des Hausrechts darf diesen öffentlichen Charakter nicht durch pauschale Einlassverbote für ganze Bevölkerungsgruppen aushebeln“, erklärte der Stadtsprecher. Ein solches Vorgehen, das in der Öffentlichkeit als „ausländerfeindlich“ wahrgenommen werden könne, würde das Ansehen der Stadt beschädigen und gegen die vertragliche Wohlverhaltenspflicht verstoßen. Zudem müssten mildere Maßnahmen einem pauschalen Verbot vorgezogen werden.
Betreiber verweist auf Sicherheit
Der Geschäftsführer des Heidebads, Mathias Nobel, verteidigt die Regelung mit der Sicherheit der Badegäste. Anlass sei ein Rettungseinsatz gewesen, bei dem ein Kleinkind aus metertiefem Wasser gerettet werden musste. „An unserem Eingang wird Deutsch gesprochen. Wenn am Eingang auffällt, dass es Verständigungsprobleme gibt, entscheiden wir im Einzelfall, wie verfahren wird“, so Nobel. „Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können.“
Stadt bietet Unterstützung an
Die Stadt Halle hat dem Badbetreiber nun Unterstützung angeboten, um die Sicherheit auf anderem Weg zu erreichen. „Ziel der Stadt ist es, zu helfen, die Kommunikationsschwierigkeiten zu beheben, um die Sicherheit und die Gesundheit aller Badenden zu gewährleisten“, sagte Stadtsprecher Bock. Mögliche Hilfsangebote umfassen Piktogramme, Übersetzungen oder QR-Codes mit mehrsprachigen Angeboten. Die Stadt hofft, so eine einvernehmliche Lösung zu finden, die den öffentlichen Charakter des Bads wahrt und gleichzeitig die Sicherheit aller Gäste gewährleistet.



