200 Jahre Elisabethstift: Ein Zuhause für Kinder in Berlin-Hermsdorf
200 Jahre Elisabethstift: Zuhause für Kinder in Hermsdorf

Seit 200 Jahren nimmt das Elisabethstift in Berlin-Hermsdorf Kinder auf, die sonst keinen Platz finden. Der Hauptsitz liegt in einer unscheinbaren Villa in der Berliner Straße. Die Einrichtung hat in ihrer Geschichte bereits 20.000 Kindern und Jugendlichen in Berlin und Brandenburg Unterschlupf geboten. Aktuell leben rund 70 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in neun Wohngruppen und betreutem Einzelwohnen auf dem Gelände. Viele von ihnen haben traumatische Erfahrungen gemacht.

Lisa: Ein Beispiel für gelungene Integration

Die achtjährige Lisa (Name geändert) hat keine Eltern mehr, die sich um sie kümmern können. Seit zwei Jahren wohnt sie im Elisabethstift und fühlt sich wohl. „Ich mag meine Gruppe und dass hier so viele Blüten und Bäume sind“, sagt das Mädchen. „Wir machen immer tolle Sachen nach der Schule und das Brot, das hier gebacken wird, mag ich auch.“ Nur die Spinnenweben auf dem Gelände mag sie nicht.

Lisa hat bereits Freundinnen gefunden und ist neben der Schule sehr aktiv. „Ich bin im Chor, lerne Klavier, Kochen und Backen und ich war sogar schon einmal reiten“, zählt sie auf. Sie wünscht sich, bald wieder reiten zu gehen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Geschichte und Entwicklung des Elisabethstifts

Das Elisabethstift, benannt nach Prinzessin Elisabeth von Preußen, wurde 1826 in Pankow gegründet. Es war damals das einzige Heim, das auch kleine mutterlose Kinder aufnahm. Die Nachfrage stieg so schnell, dass binnen weniger Monate ein neues Haus gepachtet werden musste. Bereits 27 Jahre später gehörten 619 Kinder zum Stift. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte der Umzug nach Hermsdorf. Das Grundstück überstand zwei Weltkriege und wurde stetig erweitert. Heute gibt es dort einen Spielplatz und eine Turnhalle. Das Schwimmbad ist derzeit außer Betrieb und soll in den kommenden Jahren saniert werden.

Finanzierung und Unterstützung

Die staatliche Unterstützung sichert die Grundversorgung der Kinder. Für zusätzliche Aktivitäten wie Reiten, Musikunterricht und Ausflüge ist das Elisabethstift auf Spenden angewiesen. „Um die Kinder bei der Entfaltung ihrer Potenziale zu unterstützen, braucht es darüber hinausgehende Hilfe. Mit Blick auf die marginalisierten Biografien der Kinder und Jugendlichen ist zusätzliches und mutiges Engagement gefragt“, sagt Alfred Enns, der das Elisabethstift gemeinsam mit Sandra Haase leitet.

Jubiläumsfeier und Ausblick

Zum 200-jährigen Jubiläum findet am kommenden Samstag ab 12 Uhr ein Kinderfest auf dem Gelände in Hermsdorf statt. Es gibt Live-Musik, ein Bühnenprogramm, Bastelaktionen und mehr. Für das Jubiläum hat das Team ein Video aufgenommen, in dem Kinder und Mitarbeitende zu Wort kommen. Der 22-jährige Viktor beschreibt das Elisabethstift darin als „einen Adler, unter dessen großen Flügeln man sich sehr geborgen fühlen kann“.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration