3.000 Nackte feiern Wintersonnenwende in Tasmanien
3.000 Nackte feiern Wintersonnenwende

Der kürzeste Tag des Jahres wird in Hobart, der Hauptstadt des australischen Bundesstaates Tasmanien, traditionell nicht mit Tee und Wolldecke begangen, sondern mit einem kollektiven Sprung ins eiskalte Wasser – und zwar splitterfasernackt. Bei einer Lufttemperatur von vier Grad und rund zwölf Grad kaltem Wasser stürzten sich rund 3.000 Menschen textilfrei in den River Derwent. Sie feierten damit die Wintersonnenwende im Rahmen des sogenannten Dark-Mofo-Solstice-Swim, wie australische Medien berichteten.

Massensprung bei eisigen Temperaturen

Viele der Schwimmer versammelten sich noch vor Sonnenaufgang am Long Beach. Anfangs in Jacken und Handtücher gehüllt, entkleideten sie sich anschließend gemeinsam und rannten ins Wasser. Nach Angaben des australischen Wetterdienstes lag die gefühlte Temperatur bei etwa minus einem Grad – eine frostige Erfahrung für ein Bad im Freien. Die Teilnehmer kamen im Adams- und Evakostüm, also völlig nackt, und trotzten der Kälte.

Dark Mofo Festival als Hintergrund

Das Nacktbaden ist der Abschluss des zweiwöchigen Kunst- und Kulturfestivals Dark Mofo und wird seit 2013 veranstaltet. Das Festival ist bekannt für seine oft provokativen und experimentellen Installationen, Performances und Events. Während die Polizei das Schwimmevent anfangs kritisch sah, gilt es inzwischen als fester Bestandteil des Programms. Auch in diesem Jahr waren die verfügbaren Plätze rasch ausgebucht. Hatten sich vor 13 Jahren gerade einmal 200 Menschen registriert, sind es mittlerweile Tausende.

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Teilnehmerin mit 96 Jahren

Unter den Teilnehmern war auch eine 96-Jährige, die nach eigenen Angaben seit Jahren mitschwimmt und dabei ein „wundervolles Gefühl der Euphorie“ genießt. Viele Erstteilnehmer sprachen von einem „Adrenalinkick“ und einem starken Gemeinschaftsgefühl. „Es ist eine großartige Art, das Festival zu beenden – es waren zwei großartige Wochen“, sagte ein Mann dem Sender ABC. Die meisten fuhren nach dem Eisbad durchgefroren, aber glücklich nach Hause – schließlich werden die Tage auf der Südhalbkugel nun wieder länger.

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