Der Berliner Malerbetrieb Marotzke feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einer Spende von 50.000 Euro, die an verschiedene gemeinnützige Initiativen in Berlin geht. Firmengründer Günter Marotzke unterstützt damit vor allem Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen. „Ich habe so viel Glück gehabt in meinem Leben, da will ich auch etwas zurückgeben“, sagt der 76-Jährige.
Vom Startkapital zum erfolgreichen Betrieb
Begonnen hat alles am 1. Juli 1976 mit einem Mann, einer Leiter und 3000 D-Mark Startkapital – geliehen. Günter Marotzke hatte einen Abschluss als staatlich geprüfter Techniker und Meister für das Maler- und Lackiererhandwerk, erworben über den zweiten Bildungsweg. „Ich hatte ein Ziel und einen Traum: Irgendwann sollte jedem Berliner mein Betrieb genau so bekannt sein wie das alteingesessene Umzugsunternehmen mit dem gleichen Namen“, erinnert sich der Firmengründer.
Heute beschäftigt die Marotzke Malereibetrieb GmbH rund 80 Mitarbeiter, darunter ein Dutzend Auszubildende. Der Hauptsitz ist in Lichterfelde, eine Zweigniederlassung gibt es in Schönefeld. Sechs Meister, 53 Gesellen und 13 Auszubildende gehören zum Team. In den vergangenen fünf Jahrzehnten haben 253 junge Menschen einen Beruf in dem Betrieb erlernt.
Mitarbeiter als Kapital und soziale Verantwortung
Günter Marotzke setzt auf grenzenlosen Optimismus, Teamfähigkeit und die Überzeugung, dass die Mitarbeiter das eigentliche Kapital eines Unternehmens sind. Rund die Hälfte aller Mitarbeiter ist seit mehr als zehn Jahren bei Marotzke beschäftigt, viele haben ihr gesamtes Berufsleben bis zur Rente für den Betrieb gearbeitet. „Ethnie, Hautfarbe, Geschlecht und Herkunft spielen für uns keine Rolle. Was zählt, sind Motivation, Leidenschaft und Zielstrebigkeit“, betont der Firmengründer. Er positioniert sich gegen Diskriminierung und fördert Frauen im Handwerksberuf.
Neben dem klassischen Privatkundengeschäft gehören Bundesbauämter, Universitäten, Krankenhäuser, der Bundestag und große Unternehmen zu den Kunden. Besonders gefragt ist die Handwerkskunst bei der Fassadengestaltung der Humboldt-Universität, am Bruno-Taut-Haus und am Elisabeth-Lüders-Haus. „Die Rekonstruktion einer Deckenfreske fordert die gleiche Aufmerksamkeit wie 800 qm perfekt gespachtelte Wandfläche“, so Marotzke.
Soziales Engagement und Ausbildung
Gemeinsam mit zwei weiteren Berliner Malerbetrieben und einem Künstler hat Marotzke die Kinderonkologie-Station des Virchow-Klinikums der Charité in einen farbenfrohen Ort verwandelt. Über das Landesprogramm Arrivo Berlin unterstützt er Geflüchtete und Menschen ohne berufliche Perspektiven bei der Integration in die Arbeitswelt. Die Spende von 50.000 Euro geht an Initiativen, die Kinder und Jugendliche fördern. „Sie sollen auch eine Chance bekommen, wie ich sie hatte“, sagt Marotzke.
Unternehmensnachfolge geregelt
Mit Beginn des 51. Firmenjahres zieht sich Günter Marotzke aus dem operativen Geschäft zurück und übergibt das Ruder an seine Söhne Philipp und Nicola, beide seit einigen Jahren im Unternehmen tätig. „Wenn ich heute zurückblicke, kann ich sagen, ich bin froh, dass ich es gewagt habe“, resümiert der Firmengründer. Das Jubiläum wird mit der Belegschaft und allen ehemaligen Mitarbeitern gefeiert.



