Das Deutsche Galopp-Derby, seit 1869 ausgetragen, erlebte am 5. Juli 2026 eine historische Sensation: Der Hengst Dardanos gewann das 157. Rennen mit einer Siegquote von 848:10 – der größte Außenseiter aller Zeiten. Weder der Favorit Englishman noch der englische Gast Bay of Brilliance (beide 3) waren nach 2400 Metern vorne zu sehen.
Jubel auf der Horner Rennbahn
Die 10.000 Fans auf der Horner Rennbahn tobten, als Jockey Wladimir Panov (45) im Sattel saß und Kusshände verteilte. Dardanos soff auf dem Geläuf gleich zwei Eimer Wasser leer, während Panov nach seinem ersten Derby-Sieg von Kollegen im Absattelring mit Champagner geduscht wurde.
„Unglaublich, mir fehlen die Worte“, sagte Besitzer Friedrich von Lente aus Hannover. Sein Partner und Studienfreund Hans-Wilhelm Jenckel aus Hamburg hatte im Jahr 2000 mit Samum bereits das Derby gewonnen – gemeinsam mit dem 2008 verstorbenen Franz-Günther von Gaertner. Jenckel widmete den Sieg dem Ehrenvorsitzenden des Hamburger Renn-Clubs (HRC): „Dass ich das jetzt noch einmal erleben darf, ist wirklich unbeschreiblich. Das erlebt man als kleiner Besitzer nur einmal.“
Vom Auktion-Riesenbaby zum Derby-Sieger
Von Lente hatte Dardanos für 10.000 Euro auf einer Auktion gekauft. „Damals war er ein Riesenbaby“, lachte Jenckel. „Danach hat er sich körperlich unglaublich entwickelt.“ Die beiden Juristen vom Stall Bergholz (benannt nach dem Dorf im Herzogtum Lauenburg, in dem Jenckel lebt) kassierten 390.000 Euro Siegprämie.
Für von Lente kam es noch dicker: Als Teil der Besitzer-Gemeinschaft Liberty Racing wurde er auch Zweiter (Chiefland), Dritter (Salitos) und Vierter (Kairos) – ein Novum seit 1869.
Panovs großer Moment
Jockey Panov, gebürtiger Russe und seit Jahren in Deutschland reitend, gehörte bislang zur zweiten Garde. „Dieser Sieg bedeutet mir alles“, strahlte er. „Das ist der größte Punkt meiner Karriere.“ Von Lente lobte: „Es war ein wunderbarer Ritt, er hat alles richtig gemacht.“
Bis Ende 2025 wurde Dardanos bei Janina Reese in Hannover trainiert, wo er Panov kannte. Nach Reeses Betriebsschließung wechselte der Hengst zu Trainer Andreas Wöhler, der mit dem größten Außenseiter aller Zeiten seinen sechsten Derbysieg feierte.



