Eltern von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) stehen vor besonderen Herausforderungen. Eine Psychologin erklärt nun, welche Erziehungsmethoden die Symptome verschlimmern und was wirklich hilft. Laut einer repräsentativen Umfrage des Sinus-Instituts aus dem Jahr 2021 vermutete jeder zehnte Elternteil ADHS bei seinem Kind, aber nur die Hälfte aller befragten Eltern fühlte sich ausreichend über die Störung informiert.
Was Eltern von ADHS-Kindern vermeiden sollten
Die Psychologin Lisa Zimmermann betont, dass bestimmte Faktoren die ADHS-Symptome verstärken können. Dazu gehören insbesondere Reizüberflutung und mangelnde Struktur. „Zu viele Reize auf einmal führen bei ADHS-Kindern zu Überlastung“, warnt Zimmermann. Sie rät Eltern, eine ruhige und geordnete Umgebung zu schaffen, in der das Kind nicht abgelenkt wird. Auch inkonsequente Regeln oder zu hohe Erwartungen können die Symptome verschlimmern.
Die richtige Erziehungsmethode für ADHS-Kinder
Die Expertin empfiehlt eine klare, konsistente und liebevolle Erziehung. „Kinder mit ADHS brauchen feste Routinen und verlässliche Grenzen“, sagt Zimmermann. Lob und positive Verstärkung seien effektiver als Bestrafung. Zudem sollten Eltern darauf achten, dem Kind ausreichend Bewegung und Ruhephasen zu ermöglichen. „Ein strukturierter Tagesablauf hilft dem Kind, sich besser zu orientieren und Überforderung zu vermeiden.“
Langzeitfolgen falscher Erziehung
Wenn die Erziehung nicht an die Bedürfnisse des Kindes angepasst ist, drohen stärkere Symptome und ungesunde Gewohnheiten bis ins Erwachsenenalter. Laut Zimmermann kann dies zu Problemen in der Schule, im Beruf und in sozialen Beziehungen führen. „Es ist wichtig, dass Eltern frühzeitig lernen, wie sie ihr Kind unterstützen können, anstatt es zu überfordern.“
ADHS ist kein Erziehungsfehler
Entgegen vieler Klischees ist ADHS kein Resultat eines Eltern-Fehlers, sondern eine neurobiologische Entwicklungsstörung. Sie äußert sich durch eine Dysregulation des Nervensystems, die zu Konzentrationsstörungen, Impulsivität und Reizüberflutungen führen kann. Für Eltern ist die Erziehung von ADHS-Kindern oft anstrengend, aber mit den richtigen Strategien können sie ihr Kind erfolgreich unterstützen.



