Antisemitische Parolen in Prenzlauer Berg: Staatsschutz ermittelt
Antisemitische Parolen in Prenzlauer Berg

In Berlin-Prenzlauer Berg haben zwei Unbekannte am Samstagmittag antisemitische Parolen gerufen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Beleidigung. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen, wie ein Polizeisprecher der dpa bestätigte.

Vorfall am Samstag auf der Fehrbelliner Straße

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall gegen 15:30 Uhr auf dem Gehweg der Fehrbelliner Straße. Eine Zeugin meldete sich kurz darauf bei der nahegelegenen Polizeiwache. Sie gab an, aus einem Auto gestiegen zu sein und beobachtet zu haben, wie zwei Unbekannte einem Paar mit Kinderwagen die Parolen „Fuck Zionism“, „Fuck Jews“ und „Viva Hamas“ zuriefen.

Die Zeugin filmte den Vorfall mit ihrem Handy und stellte die Aufnahmen der Polizei zur Verfügung. Das Video wurde unter anderem von der „Jüdischen Allgemeinen“ veröffentlicht. Die Frau, die eigenen Angaben zufolge nicht jüdisch ist, aber in Israel lebt und sich zu Besuch in Berlin befand, sagte, sie habe nicht erkennen können, ob das Paar jüdisch sei. Die Familie habe sich schnell entfernt.

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Tatverdächtige und Hintergründe

Die Zeugin beschrieb die Tatverdächtigen als eine etwa 20 bis 30 Jahre alte Frau und einen 25 bis 35 Jahre alten Mann. Sie sagte: „Es entstand bei mir der Eindruck, als würden sie gezielt Menschen einschüchtern und als sei ein solches Verhalten für sie nicht neu.“ Der Mann habe versucht, ihr das Handy aus der Hand zu nehmen und sie geschubst.

Nach Informationen des „Tagesspiegel“ soll der männliche Tatverdächtige dem radikalen Flügel der propalästinensischen Szene in Berlin angehören, sei aber früher in rechtsextremen Kreisen aktiv gewesen. Die Polizei machte zu weiteren Details der Identität mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben.

Ermittlungen des Staatsschutzes

Der Polizeiliche Staatsschutz bearbeitet den Fall, da es sich um eine politisch motivierte Straftat handelt. Die Identität der beleidigten Personen ist der Polizei bislang nicht bekannt. Die Ermittlungen dauern an.

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