Die Zahl antisemitischer Straftaten in Berlin ist im Jahr 2025 erneut gestiegen. Die Ermittlungsbehörden leiteten 820 Verfahren mit antisemitischem Hintergrund ein, wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Freitag mitteilte. Im Vorjahr waren es noch 756 Verfahren gewesen. Seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 werden Straftaten in diesem Zusammenhang gesondert erfasst und ausgewertet.
Entwicklung seit Oktober 2023
Im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt verzeichneten die Behörden im Jahr 2023 ab dem 7. Oktober bereits 158 Verfahren. 2024 waren es insgesamt 4069. Bis Ende 2025 wurden 2450 Fälle registriert, sodass seit dem 7. Oktober 2023 insgesamt 6677 Verfahren eingeleitet wurden. Erfasst wurden dabei sowohl Fälle mit antisemitischem Motiv als auch sonstige Straftaten im Kontext der Geschehnisse, wie etwa Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Gründe für Rückgang im Vergleich zu 2024
Die im Vergleich zu 2024 niedrigeren Zahlen bei Verfahren im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt führen die Behörden auf mehrere Faktoren zurück: den fragilen Waffenstillstand in Nahost und die rückläufige Zahl von Demonstrationen. Zudem habe die konsequente Verfolgung strafbarer antisemitischer Parolen an Bekanntheit gewonnen.
Hohes Niveau und Handlungsbedarf
„Vorfälle mit antisemitischem Hintergrund bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau“, erklärte die Antisemitismusbeauftragte der Generalstaatsanwaltschaft, Jana Berthold. Taten wie der Messerangriff am Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Mitte im Februar 2025 träfen nicht nur die unmittelbaren Betroffenen, sondern verunsicherten die jüdische Gemeinschaft insgesamt. Das konsequente Vorgehen der Behörden gegen antisemitische Straftaten bleibe ein zentrales Anliegen.



