Focaccia, belegtes Brötchen oder selbst gemachter Salat – was für viele Urlauber zum Strandtag dazugehört, sorgt in Italien für Zoff. In Apulien wollen einige Betreiber privater Strandbäder mitgebrachtes Essen am liebsten verbieten.
„Gelage“ schaden dem Image
Der Grund: Aus ihrer Sicht bleibt es längst nicht mehr bei Broten oder Salaten unter dem Sonnenschirm. Manche Gäste würden ganze Picknicks veranstalten. Die Betreiber sprechen von „Gelagen“, die dem Image der Strandbäder schadeten, Müll verursachten und den Umsatz in Bars und Restaurants schmälerten.
Verbraucherschützer widersprechen. Laut dem Online-Nachrichtenportal Südtirol News kritisieren sie die hohen Preise in den Strandbädern. Außerdem verweisen sie darauf, dass zahlenden Gästen am Strand der Verzehr mitgebrachter Speisen nach italienischem Gesetz nicht untersagt werden darf.
„Meer darf nicht zum Luxus werden“
Trotzdem würden die Betreiber lieber sehen, dass Touristen in ihrem Sommerurlaub und Einheimische Salate, Brote, Kekse, Cola oder Eis ausschließlich in den strandeigenen Lokalen kaufen. Dabei sind die Preise für Sonnenschirme und Liegen laut einer Analyse des Verbraucherschutzvereins Adoc in den vergangenen fünf Jahren mancherorts um bis zu 50 Prozent gestiegen.
Antonio Decaro, Präsident der Region Apulien, kritisiert die Haltung der Betreiber. Er sagt: „Das Meer ist ein Allgemeingut und darf nicht zum Luxus werden.“ Nach der Strandverordnung der Region dürfen Badegäste eigene Speisen und Getränke mitbringen.
Regeln an den Stränden
Ganz ohne Regeln geht es aber nicht. Seit 2019 sind an den Stränden Apuliens nur biologisch abbaubares Besteck und Geschirr erlaubt. Die Verbrauchervereinigung Unione Nazionale Consumatori betont: Die staatliche Genehmigung der Betreiber gilt nur für Liegen und Sonnenschirme – nicht für den Verkauf von Speisen und Getränken.
Eines gilt allerdings auch: Wer mit großen Picknicks, Tischen oder Grills andere Badegäste stört, muss laut Südtirol News damit rechnen, dass der Betreiber eingreift.



