Ein Vulkanausbruch am Ätna hat zu Wochenbeginn zu massiven Beeinträchtigungen im Flugverkehr über Sizilien geführt. Der Flughafen von Catania, ein wichtiger Knotenpunkt für Touristen, musste vorübergehend geschlossen werden. Grund war eine Aschewolke, die laut Berichten auf etwa 1,5 Kilometer über den Gipfel aufstieg und den Luftraum unpassierbar machte.
Ascheemissionen und Flugausfälle
Die anhaltend starken Ascheausstöße sorgten für Turbulenzen im Luftverkehr. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen oder umgeleitet. Obwohl die Ascheemissionen zwischenzeitlich zurückgingen, raten Experten Reisenden, sich auf weitere Einschränkungen einzustellen. Die vulkanische Bodenunruhe, gemessen als Tremor, bleibt vergleichsweise stark, was darauf hindeutet, dass die Aktivität noch nicht beendet ist.
Ungewöhnlicher Lavaverlauf
Besonders spektakulär ist ein Lavafall, der sich aus einer Spalte an der Nordflanke des Ätna in den tiefer gelegenen Nordostkrater ergoss. Der Potsdamer Vulkanologe Torsten Dahm erklärte: „Dass Lava in den Nordostkrater des Ätna fließt, geschieht selten.“ Diese ungewöhnliche Entwicklung gibt Aufschluss über das aktuelle Risiko.
Einschätzung der Gefahr
Im Interview mit dem Tagesspiegel ordnete Dahm die Lage ein. Auf die Frage, wie gefährlich die Situation für Anwohner und Urlauber sei, betonte er die Erfahrung der süditalienischen Behörden: „Sowohl der Zivilschutz als auch die vulkanologischen Observatorien in Süditalien haben ausgewiesene Erfahrung in der Einschätzung der Gefährdung und der Überwachung der Ausbrüche.“ Dennoch sei die aktuelle Aktivität bemerkenswert und erfordere weiterhin Aufmerksamkeit.
Ausblick und Reisehinweise
Flugreisende sollten die Entwicklungen genau verfolgen. Da der Tremor anhält, könnten weitere Ascheausbrüche den Flugverkehr erneut beeinträchtigen. Der Flughafen Catania arbeitet unter Hochdruck daran, den Betrieb aufrechtzuerhalten, aber kurzfristige Schließungen sind nicht ausgeschlossen. Reisende werden gebeten, sich bei ihren Fluggesellschaften über den aktuellen Status zu informieren.



