Nach dem Angriff mit einem Auto auf Menschen am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin haben zahlreiche Politiker und gesellschaftliche Vertreter ihre Bestürzung ausgedrückt. Der Vorfall, bei dem mehrere Personen verletzt wurden, wird als mutmaßlich islamistisch motivierte Tat eingestuft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.
Politische Reaktionen: Einhellige Verurteilung
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichnete die Tat als „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“. Nach einem friedlichen und bunten CSD sei die Versammlung für ein tolerantes Berlin „auf brutalste Art attackiert“ worden. Auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach zeigte sich erschüttert: „Es erschüttert uns, dass ein Tag der Liebe angegriffen wird. Wir stehen zusammen.“
Werner Graf, Grünen-Spitzenkandidat, trauerte als Teil der LGBTIA+-Gemeinde: „Ich trauere mit meiner Community um die Freude und die Liebe, die den gestrigen CSD in Berlin geprägt haben, und die am Ende dem Entsetzen und der Angst weichen mussten.“ CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers betonte, die Tat treffe die Stadt mitten ins Herz: „Es gibt einiges aufzuklären. Dann ist die Zeit für Konsequenzen.“
Stimmen aus der Politik: Von Trauer bis Forderungen
Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken, sprach von einem „Trauertag“ und warnte: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Hass queeres Leben unsichtbar macht. Die queere Community gehört zur DNA unserer Stadt.“ Kristin Brinker, AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende, forderte ein Ende des „politischen Kuschelkurses gegenüber gewaltbereiten Islamisten“.
Cornelia Seibeld, Präsidentin des Abgeordnetenhauses, bezeichnete den Anschlag als „Angriff auf unsere Demokratie“: „Er richtet sich gegen unsere freie Art zu leben – gegen die Freiheit, die diese Stadt ausmacht, und trifft Berlin mitten ins Herz.“ Raed Saleh, SPD-Fraktionschef, erklärte: „Diesen Terror verachten wir. Wir lassen uns nicht einschüchtern und wir lassen uns unser friedliches und freies Berlin nicht kaputt machen.“
Gesellschaftliche Reaktionen und Ausblick
Bischof Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) mahnte: „Hass tötet. (...) Keine Gewalt, kein Morden kann mit Gott begründet werden. Lasst uns stark machen, was uns verbindet und zusammenhält. Liebe ist stärker als Hass.“ Alfonso Pantisano, Queer-Beauftragter des Berliner Senats, betonte, viele würden lange brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten: „Für die queere Community ist das ein großer Trauertag.“
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich „erschüttert und entsetzt“ über den Anschlag, bei dem Hunderttausende friedlich feiern wollten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) versicherte: „Wir sind offen und freiheitsliebend – und das werden wir auch bewahren und verteidigen. Die Tat wird aufgeklärt und mit aller Härte verfolgt.“ Die genaue Zahl der Verletzten stand zunächst nicht fest, aber mehrere Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht. Der Fahrer des Fahrzeugs wurde festgenommen, die Ermittlungen dauern an.



