Bei einem Brand auf einer Großbaustelle im Zentrum von Brüssel sind am Dienstag mehrere Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte entdeckten die Leichen in einem Aufzugschacht des Gebäudes, das derzeit umgebaut wird. Die genaue Zahl der Opfer stand zunächst nicht fest, Bürgermeister Philippe Close sprach vor Ort von einem Drama, das tief berühre.
Feuer auf zweiter Etage – Kontrollgang deckt Tragödie auf
Der Brand war zunächst als kleines Feuer auf der zweiten Etage des Komplexes gemeldet worden. Die Feuerwehr rückte aus, löschte die Flammen und begann anschließend einen Kontrollrundgang durch die weitläufige Baustelle. Ein Staatsanwalt berichtete, dass viele Bereiche extrem schwer zugänglich gewesen seien. Während der Suche wurde bekannt, dass sechs der rund 250 Arbeiter auf der Baustelle vermisst wurden. Schließlich kämpften sich die Einsatzkräfte zu einem Aufzug vor und fanden in der Kabine mehrere Leichen.
Weitere Opfer nicht ausgeschlossen
Der Zugang zu einem weiteren Aufzug war zunächst unmöglich. Der Staatsanwalt schloss nicht aus, dass dort weitere Tote gefunden werden könnten. Zwei Arbeiter wurden ins Krankenhaus gebracht, ebenso ein Feuerwehrmann, der einen Hitzschlag erlitt, wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte. Am Nachmittag waren vor dem Gebäude erschöpfte Feuerwehrkräfte zu sehen, die verschwitzt zur Wasserflasche griffen.
Hohe Besucher am Unglücksort
Während die Bergung der ersten Leichen begann, trafen neben Belgiens König Philippe auch Premierminister Bart De Wever vor dem weiträumig abgesperrten Gebäude ein. Sie äußerten sich nicht öffentlich. Auch Schaulustige versammelten sich. Innenminister Bernard Quintin zeigte sich auf X geschockt. Deutschlands Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus, sprach auf der Plattform ebenfalls sein Mitgefühl aus.
Projekt „Oxy“: Vom Verwaltungssitz zum Multifunktionsgebäude
Das Oxy-Gebäude in einer Fußgängerzone im Herzen Brüssels wird derzeit umgebaut. Früher diente es als Sitz der Verwaltung der belgischen Hauptstadt, künftig soll es Büros, Restaurants, Hotelzimmer und Wohnungen beherbergen. Das Projekt soll nach früheren Angaben bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Hinter dem Projekt stehen die Firmen Whitewood und Immobel. Immobel teilte mit, man habe mit tiefer Bestürzung von den Opfern des Feuers erfahren. „Unsere Gedanken sind zuallererst bei den Betroffenen, ihren Familien und ihren Kollegen. Für uns alle ist dies vor allem eine menschliche Tragödie“, so das Unternehmen. Immobel unterstütze die Rettungs- und Sicherheitskräfte sowie die Behörden und stehe in engem Austausch mit allen Beteiligten.



