Deutschland ächzt unter einer extremen Hitzewelle: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) werden am Sonntag im Osten bis zu 40 Grad, im Süden 37 Grad, im Norden 33 Grad und im Westen 34 Grad erwartet. Während viele nach kühlen Getränken und Klimaanlagen greifen, setzen Beduinen – die seit Jahrhunderten in Wüstenregionen wie der Sahara und der Arabischen Halbinsel leben – auf bewährte Methoden zur natürlichen Temperaturregulierung.
Kleidung: Weite Stoffe statt enger Kleidung
Die beste Wärmeregulation bieten weite, helle Kleidungsstücke aus Baumwolle. Im arabischen Raum tragen Männer traditionell Dishdashas – lange Gewänder, unter denen sie nichts weiter tragen. Die lockere Passform ermöglicht eine Luftzirkulation zwischen Stoff und Haut, die die Körperwärme ableitet. Zudem schützen Turbane und Kopftücher vor Sonnenstich.
Getränke: Warum warmer Tee besser kühlt
Beduinen trinken täglich drei bis vier Liter mit Wasser verdünnte Milch (von Kamel, Ziege oder Kuh) zur Energieversorgung. Noch überraschender: Sie bevorzugen warmen Minz- oder Früchtetee gegenüber gekühlten Getränken. Der Grund: Kalte Getränke müssen erst vom Körper erwärmt werden, was ihn zusätzlich aufheizt und die Schweißproduktion steigert. Inder hingegen nutzen die Schärfe von Chai-Tee, um bewusst Schwitzen zu fördern – die Verdunstung erzeugt dann ein Kühlgefühl. Einig sind sich viele hitzeerprobte Völker: Alkohol ist tabu, da er ebenfalls die Schweißproduktion anregt.
Essen: Leichte Kost für weniger Körperwärme
Das Frühstück der Beduinen besteht aus Brot mit Milch oder Getreidebrei mit Butter und Salz. Tagsüber gibt es nur wenige Datteln – schwere Mahlzeiten würden den Körper durch Verdauung zusätzlich aufheizen. Abends werden Reis mit Fleisch oder Eintöpfe serviert, ergänzt durch Orangen, Bananen und Wassermelone.
Wohnen: Ziegenwollzelte als Klimaanlage
Beduinenzelte aus Ziegenwolle haben eine besondere Eigenschaft: Bei Trockenheit öffnen sich die Poren des Stoffes und lassen Luft zirkulieren. Bei Regen schließen sie sich und halten die Feuchtigkeit draußen. Wer kein solches Zelt besitzt, sollte nachts lüften und tagsüber Vorhänge und Rollos schließen, um die Wohnung kühl zu halten.
Duschen: Lauwarm statt kalt
Beduinen richten ihren Duschrhythmus nach ihren Tieren: Ziegenhirten duschen alle fünf Tage, Kameltreiber nur einmal im Monat. Für die meisten ist das nicht alltagstauglich, aber das Prinzip ist interessant: Statt kalt zu duschen, sollte lauwarmes Wasser verwendet werden, da kaltes Wasser den Körper schneller wieder aufheizt. Um die Hautflora zu schonen, sollte Seife nur in Schweißregionen wie Achseln und Füßen eingesetzt werden.



