Bekenntnisse einer Lame Duck – Abschiedskolumne von Charlotte Morré
Bekenntnisse einer Lame Duck – Abschiedskolumne

Abschied vom Handelsblatt: Eine Lame Duck zieht ans andere Ufer

Charlotte Morré, Head of Digital beim Handelsblatt, wechselt zum 1. August als Chefredakteurin zum Tagesspiegel Background. In ihrer Abschiedskolumne reflektiert sie über die sogenannte Lame-Duck-Phase – die Zeit nach der Ankündigung eines Jobwechsels, in der man eigentlich keine Verantwortung mehr trägt. Doch ihre Erfahrung war anders: Statt Ruhe und Töpfereien gab es weiterhin Aufgaben, denn der Wechsel blieb im Holtzbrinck-Konzern intern.

Morré beschreibt drei Varianten, zur Lame Duck zu werden: Schwangerschaft (heute oft nicht mehr karrierehinderlich), einen peinlichen Fehler (etwa eine unbedachte Slack-Nachricht im falschen Channel) oder die Annahme eines neuen Jobs. Sie wählte die dritte Variante, doch die erhoffte Ruhe blieb aus. Kollegen argumentierten: „Du wechselst doch nur im Haus, das kannst du doch noch eben machen.“ Also arbeitete sie weiter.

Trotz allem lobt sie das Handelsblatt als einen der schönsten Teiche, in dem sie je geschwommen sei – gutes Wasser, nette Nachbarn, nur gelegentlich ein eitler Schwan. Sie nimmt die Lame-Duck-Diagnose zurück: „Ich ziehe einfach ans andere Ufer.“ Ihr Newsletter sei nie eine Lame Duck gewesen; anderthalb Jahre lang habe sie samstags mit den Lesern geteilt, was sie bewegte. Sie dankt für Antworten, Widerspruch und freundliche Korrekturen. Ab jetzt übernehmen Claudia Panster und Julia Beil die Kolumne.

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Trumps Angriff auf Amerikas Ideale

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