Berliner Hitzewelle: Trabrennbahn sagt Rennen ab – 40 Grad am Wochenende erwartet
Berliner Hitzewelle: Trabrennbahn sagt Rennen ab

Berlin bereitet sich auf eine extreme Hitzewelle vor. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet am Wochenende Temperaturen von bis zu 40 Grad in der Hauptstadtregion. Damit könnte der bisherige Hitzerekord von 38,6 Grad aus dem Jahr 2019 in Tegel fallen. Bereits am Mittwoch klettern die Temperaturen auf bis zu 34 Grad. Die Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt, und vulnerable Gruppen wie Senioren und kleine Kinder sind besonders gefährdet.

Trabrennbahn Mariendorf verschiebt Rennen

Die Trabrennbahn Mariendorf hat die zwölf Rennen des „Gold, Silber, Newcomer“-Veranstaltungssonntags auf Dienstag verschoben. Starts sind dann ab 17 Uhr. „Ganz im Sinne aller beteiligten Aktiven und vor allem natürlich der Pferde werden damit jegliche mit der riesigen Hitze verbundene Gesundheitsgefährdungen vermieden“, teilte die Rennbahn mit. Ursprünglich hatte die Leitung erwogen, den Start von 12.15 Uhr in die frühen Morgenstunden vorzuverlegen, entschied sich dann aber zur kompletten Verschiebung. Das Preisgeld von 40.000 Euro für die drei Hauptrennen bleibt erhalten.

Columbiabad und Prinzenbad öffnen wieder

Rechtzeitig vor dem heißen Wochenende öffnet das Columbiabad in Neukölln am Mittwoch wieder. Die technischen Probleme seien behoben, teilten die Berliner Bäder-Betriebe mit. Das Gesundheitsamt des Bezirks gab nach zwei Prüfungen grünes Licht. Auch das Prinzenbad in Kreuzberg öffnete am Vormittag wieder vollständig. Die Auslastung beider Bäder wurde am Nachmittag als mittel angegeben.

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Blutreserven knapp – Hilfetelefon für Senioren

Die Blutreserven des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost sind auf einem kritischen Niveau. „Der aktuelle Bestand liegt deutlich unter der erforderlichen Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen“, teilte der Dienst mit. Grund sei auch die Hitzewelle, die die Spendenbereitschaft sinken lasse. Allein in Berlin und Brandenburg werden rund 600 Blutspenden pro Werktag benötigt.

Der Verein Silbernetz hat einen Wetter-Service für Senioren eingerichtet. „Extreme Wetterlagen können insbesondere für ältere und alleinlebende Menschen zur Belastung werden“, erklärte Leiterin Kerstin Winkler. Über ein Infotelefon werden Nutzer automatisch vor Hitze, Sturm oder Glatteis gewarnt und erhalten Verhaltenstipps. Bei Bedarf vermittelt der Verein praktische Unterstützung durch Ehrenamtliche.

Polizeigewerkschaft fordert besseren Hitzeschutz

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin fordert bessere Hitzeschutzmaßnahmen für Einsatzkräfte. „Die Temperaturen belasten unsere Kolleginnen und Kollegen bei Polizei und Feuerwehr immens“, sagte GdP-Landeschef Stephan Weh. Der Hitzeschutz auf den Dienststellen sei katastrophal: Es fehle an Klimaanlagen, Ventilatoren und Trinkwasserspendern. Weh forderte „Klimaanlagen, Ventilatoren, hygienisch unbedenkliche Trinkwasserspender und Cooling-Down-Räume“ in allen Dienststellen.

Weitere Absagen und Einschränkungen

Der Fahrrad-Pride in Potsdam am Samstag wurde wegen der Hitze abgesagt. „Schweren Herzens haben wir uns für die Absage entschieden – doch die Sicherheit der Teilnehmenden und Veranstaltenden geht vor“, teilte das Organisationsteam mit. Ein Nachholtermin im Herbst ist geplant. Auch die Hellersdorfer Mini-WM für Kinder am Samstag fällt aus. „Die Sicherheit der Teilnehmenden hat höchste Priorität“, erklärte die Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land. Ein Ersatztermin sei wegen der Sommerferien unrealistisch.

Hitzewelle im Juni – ein wiederkehrendes Phänomen

Hitzewellen mit fünf bis sechs Tagen über 30 Grad treten laut DWD-Meteorologe Stefan Rubach eigentlich eher im Juli oder August auf. „Da sind wir jetzt natürlich wieder sehr früh dran“, sagte er der dpa. Die lange Sonnenscheindauer mindere die nächtliche Abkühlung. Derartige Temperaturen im Juni hätten sich in den letzten Jahren gehäuft.

Tipps für die Bevölkerung

Der DWD empfiehlt, die Nächte zum Lüften zu nutzen. Die Nacht zu Mittwoch sei mit Tiefstwerten von 13 bis 17 Grad die kühlste der kommenden Nächte. In den folgenden Nächten kühle es weniger ab, sodass die Wohnungen kaum noch abkühlen könnten. Meteorologen sprechen ab 20 Grad von einer „Tropennacht“. Statistisch erlebt Berlin nur 1,3 solcher Nächte pro Jahr.

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Die Berliner Bäder zeigen auf einer Live-Karte die Auslastung der Freibäder an. Sozialarbeiter sind in der Stadt unterwegs, um Obdachlose mit Sonnencreme, Wasser und Hüten zu versorgen. Spandaus Sozialstadtrat Gregor Kempert (SPD) betonte: „Sozialarbeiter sind unterwegs und bieten Hilfe an. Sie haben bei Hitze auch Sonnencreme und Wasser dabei.“